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Meldung von Kristof Zerbe am 07. Januar 2011

Tunesien, Redefreiheit und Piraten in Haft

Gestern wurde auf Facebook eine Pressemeldung der Parti Pirate Tunisie, der tunesischen Piratenpartei veröffentlicht, wonach drei Mitglieder der Partei ohne Haftbefehl von den tunesischen Sicherheitsbehörden "festgenommen" und ihre Computer konfisziert wurden.

Einer der drei, Slim Ammamou, ein tunesischer Aktivist und Bürgerrechtler, sprach ein paar Tage vorher in einem Interview mit Clark Boyd vom World Public Radio Program über die seit Mitte Dezember stattfindenden Proteste in Sidi Bouzid und anderen Teilen des Landes (Link, Link, Link, Link) und der von staatlicher Seite durchgeführten Zensur in Bezug auf Informationen darüber, sowohl in den klassischen Medien als auch im Internet.

Er berichtete unter anderem von der Solidarisierung des globalen Kollektivs Anonymous mit den tunesischen Aktivisten und begrüßte vor dem Hintergrund seines Kampfes für Redefreiheit die vor einigen Tagen stattgefundenen DDOS-Attacken auf Server von tunesischen Regierungseinrichtungen, ähnlich denen die vor Wochen im Zuge der Wikileaks-Proteste die Web-Seiten großer amerikanischer Konzerne für kurze Zeit lahm legten ("Operation Payback").

Aufgrund der Tatsache, dass Slim auf Tech-Events bereits mehrfach über "Anonymous" referiert hat, sprach er davon in seinem Land als eine Art "Mr. Anonymous" angesehen zu werden und erachtete den öffentlichen Druck den diese Gruppe mit ihren Aktionen auf seine Regierung macht als wertvoll, um die Zensur zu beenden. Ihm war durchaus bewußt, dass sein Einsatz gefährlich ist und sagte: "I expect to be arrested".

Nach der Verhaftung von Slim und den beiden anderen Piraten, wurde über Pirate Parties International, dem Dachverband aller Piraten, eine Pressemitteilung vorbeitet, die aktuell von insgesamt 25 Ländern verbeitet wird:

Piraten verurteilen ungerechtfertigte Festnahmen in Tunesien.

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