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Markus Kairies
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Pirat und Ortsbeirat Westend

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Piratengedanke von Markus Kairies am 30. Januar 2014 über ...

Quartiersplatz & Stadtplatz & Elsässerplatz

Kommentar zur Infoveranstaltung der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG) in der Mauritiusgalerie vom 28.01.2014

Haben Sie es mitbekommen? Es gibt „bald“ zwei neue Plätze in Wiesbaden. Jeweils 4.000m². Mitten in der Innenstadt! Einer mit offenem Wasserlauf, Rasen, einem Baumhain, Steinen zum verweilen und der andere fast komplett versiegelt, damit dem Besucheransturm stand gehalten werden kann, den die Halle auslösen soll, die neben den beiden Plätzen steht. Immerhin 2.000 Besucher sollen rein passen. Worum geht es: „Na klar! Der Platz der deutschen Einheit!“

Ich war auf der Veranstaltung und bin mir sicher, SIE waren nicht da! Das kann ich mal so frech behaupten bei über 250.000 Einwohnern in Wiesbaden und ca. 80 Interessierten die da waren. Davon noch mal 1/3 weg rechnen, die politischen Interessen und Pflichten gefolgt sind und manchen die „Gesichtspflege“ betreiben.

Was in der Veranstaltung nicht zur Rede kam, ist, dass die Bebauung, so wie Sie nun am Platz der deutschen Einheit statt gefunden hat, nicht vom dort ansässigen Ortsbeirat getragen wurde. Bei einer Abstimmung gegen die Bebauung am Platz  wurde diese mit 8/7 Stimmen angenommen. Fast ohne Reaktion ging es einfach weiter. "Der Ortsbeirat sei nur ein beratendes Gremium", ist meist die Begründung. Nun steht die Halle und bei der Veranstaltung geht es praktisch um den Rest. Den Rest, den man dann auch noch um den Schulhof der Elly Heuss Schule bereichert hat. Der Schulhof vor dem Eingangsbereich der Schule fällt weg! Nun gut, wird mancher denken. Da standen ja meist eh’ nur Autos. Richtig! So verwundert es auch nicht, dass die wichtigsten Fragen von Anwesenden der Schule die waren, dass eine Zufahrt zu einem anderen Stellplatz unbedingt bedacht werden muss.

Lehrer fragen für Lehrer. Da kam nicht ein Satz zu den Schülerinteressen. Gerade die Schüler, die wahrscheinlich auch bald den Abriss des alten Arbeitsamtes aushalten müssen, dann den anschließenden Neubau und dass die Bäume auf dem Platz gefällt werden. Bei den Bäumen konnte man errechnen, so wurde erklärt, dass Sie nur noch 8-15 Jahre leben würden. Jemand der das Baumgutachten gelesen hatte erläuterte, dass es wohl einpaar Bäume gebe die man erhalten könnte. Dies aber nicht möglich sei, da durch das Bauvorhaben das Niveau des Platzes gesenkt wird und das ging mit den Bäumen nicht gut. Ist Fakt, da die Wurzeln sonst in der Luft wären und eine Einfassung mit Erde ist nicht vorgesehen. Ein anderer meinte, dass ja auch das geschichtsträchtige Stück Berliner Mauer, das dort steht entsprechend eingebracht werden müsste, als so lang zugehhöriges Denkmal, passend zum Platz. Die Moderatorin stimmte gleich dem erneuten Bau der Mauer zu.

Der Radweg geht übrigens voll über den Wiesbadener Stadtplatz. Von der Schwalbacherstraße hoch zur Bertramstraße weiter in die Goebenstraße. Vorher hatte man noch erklärt, dass dort kein Grün sein könne wegen dem Ansturm der Menschen in die Halle. Gerade wenn man mit dem Rad die Bertramstraße runter fährt, kann man leicht Geschwindigkeit machen. Ein ausgewiesener Radweg wäre schon hilfreich.

Bei einer Frage zur Belastung des Erdreichs des neu anzulegenden Stadtplatzes, gab es zur Antwort, dass dies natürlich bekannt sei weil die heißen Quellen in Wiesbaden der Verursacher sind, dass wäre fast überall so in Wiesbaden und es sei, alles mit einkalkuliert worden. Beim Bau der Halle hatten Sie es anscheinend doch vergessen, wie man der Frankfurter Rundschau vom 06.12.2013 entnehmen konnte. Wort wörtlich stand da: „Aus meiner Sicht entstehen Mehrkosten mit Blick auf den Vertrag mit Bögl nur für die Entsorgung des Erdaushubs“, sagte Guntrum. Wie berichtet, waren im Vergabeverfahren für die Entsorgung des mit Arsen belasteten Erdreiches nur 100.000 Euro netto als Stellvertretersumme in die Berechnung des Gesamtprojektes eingeflossen. Nun kostet die Entsorgung aber 1,06 Millionen Euro. „Bei diesen Kosten wird man sich mit Bögl unterhalten müssen“, so Guntrum, der auch noch einmal betont: „Wir wussten ja nicht, wie viel Boden unter dem Gebäude durch die heißen Quellen mit Arsen belastet sein wird.“

In einem Gutachten vom Institut für Geotechnik vom 26.02.2010 steht schon der Hinweis auf Seite 14: „Der Investor ist für die Entsorgung und Verwertung zuständig: abfalltechnische Klassifikationsanalysen, Koordinierung. Er hat auch die Kosten der Abfallverwertung zu tragen.“ Also wer Investor ist, sollte doch klar sein und wer es „verbummelt“ hat die Entsorgungskosten richtig zu kalkulieren wohl auch!?

(Hiermit erklärt der Verfasser, dass er für den folgenden Satz nicht verklagt werden will, weil er auch selbst nicht vor hat den Rechtsweg zu beschreiten und deswegen auch das Wort „verbummelt“ als Füllwort nutzt. Andere Instanzen können gerne andere Wörter für „verbummelt“ einsetzen.) Liebe Revision der Stadt Wiesbaden, liebe Staatsanwaltschaft, falls Sie auch wissen wollen ob die über 900.000€ „verbummelt“ worden sind, es gibt auch einen Mitschnitt der Infoveranstaltung. Die Anwesenden mussten vorher zustimmen, dass Sie nichts gegen eine Aufzeichnung haben. Bzw. keiner hat gesagt dass es Ihn stört. Der Rest steht bestimmt in den vorhandenen Akten.

Damals im Ortsbeirat Westend musste man sich schon Gedanken machen als gefordert wurde die Unterlagen zum Platz der deutschen Einheit digital zur Verfügung zu stellen und die Antwort war, dass dies aufgrund des Umfanges nicht möglich sei. Also wenn es zum digitalisieren im 21. Jahrhundert zu viel ist, dann zeige mir Den, der alles vorher gelesen hat!

Die Hoffnung, dass der Quartiersplatz und Stadtplatz nun bald fertig gestellt wird ist da aber auch die Trauer um die vergebene Chance hier eine größere „Grüne Insel“ zu schaffen in solch einem dicht besiedelten Gebiet.  Nicht vergessen dürfen wir das Cafe das am Faulbrunnenplatz entstehen soll und der Faulbrunnen soll aus einer neuen Stele (altgriechisch: στήλη stélē „Säule, Grabstein“) kommen. Aber wann ist noch nicht klar.

Die letzten Bilder der Jugendverkehrsschule waren wohl auch hier zu sehen. Ich werde sie nie vergessen. So wie abertausende Bewohner Wiesbadens, die dort Ihre Verkehrserziehung genossen haben.

Der Elsässer Platz ist ein heißer Kandidat für die nächste bauliche „Sünde“. Wenn in der Zeitung schon steht, dass WENN man zur Klarenthaler Straße hin eine Randbebauung machen würde, könnte zusätzliches GELD generiert werden um den Platz zu gestalten, dann gehen bei mir die Alarmzeichen an. Zurzeit wäre aber kein INVESTOR in Sicht obwohl etwa 10.000.000 €  im Garagenfond lägen.

Es geht mal wieder um Geld. Um ein Projekt das sich „rechnen“ muss. Nicht um Menschen die teils seit Jahrzehnten diesen staubigen Schotterparkplatz vor der Haustüre ertragen müssen. Dazu kommt die Hitze im Sommer, wenn hunderte von Autodächern zu Herdplatten mutieren.


Menschen vor Profite!

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