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Hendrik Seipel-Rotter
Hendrik Seipel-Rotter

Stadtverordneter

Piratengedanke von Hendrik Seipel-Rotter am 29. Dezember 2012 über ...

Projekt Bürgermeistercasting und die Folgen

ich war von Anfang an gegen eine Teilnahme an der OB Wahl. Zum einen, weil man eine solche Wahl nicht gewinnen kann und zum zweiten, weil wir für die kommende LTW und BTW Ressourcen brauchen würden.

 

Doch der Kreisverband hat es anders gesehen. Die OB Wahl sollte dafür genutzt werden, die Themen der Piraten für die beiden Wahlen im kommenden Jahr zu kommunizieren.

 

Einige Piraten in Wiesbaden hatten außerdem die Idee ein Casting durchzuführen. Quasi den Kandidaten fürs Volk. Auch dies habe ich kritisch gesehen. Ich habe gewarnt davor, einen Kandidaten, den man nicht einschätzen kann für ein Amt kandidieren zu lassen.


Und wenn man dies schon tut, dann muss man darauf achten, dass der Kandidat einem nicht davonläuft.

 

Nachdem Hans Jörg zum Kandidaten gekürt wurde, habe ich mich zurückgezogen. Ich habe mich bewusst nicht an der PG OB Wahl beteiligt. Einmal, weil mein Fraktionskollege Michael Göttenauer die PG gründete und sich als Leiter verstand und ich vollstes Vertrauen zu Michael habe, und zum anderen, weil ich mit Hans Jörg und seiner Art nicht kann.

 

Das war ein Fehler. Ich hätte mich im Vorfeld mehr beteiligen müssen. Denn Hans Jörg hat Geld. Soviel Geld, dass er mal locker ein halbes Jahr frei nehmen kann vor der OB Wahl. Für Hans Jörg wurde der OB Wahlkampf zum Projekt. Hans Jörg ist Unternehmer.

 

Und Hans Jörg kann Rhetorik. Und das gut. Er kann reden und so ist es ihm gelungen, die großen Kritiker auf seine Seite zu ziehen und meine Bedenken im Umfeld der PG OB zu zerstreuen.

 

Nachdem Hans Jörg mehrfach versucht hat mit mir Kontakt aufzunehmen, habe ich ihn nicht weiter verprellen wollen und bin auf eine der PG OB Wahl Treffen gegangen. Was ich dort erleben musste, hat mich wahrlich geschockt. Hans Jörg Tangermann forderte mit samt seinem ihm hörigen Pressesprecher, dass er mehr Autonomie erhalten wolle. Die Leute sollen ihn mal machen lassen, er habe Zeit und er habe es satt, auf die anderen zu warten. Handeln statt labern.

 

Ich habe mich daraufhin erneut gegen Hans Jörg gestellt. Habe allen erklären wollen, dass es hier um Basisdemokratie geht und um miteinander arbeiten.

 

Ich habe auf dieser PG OB Wahl Hans Jörg unmissverständlich gesagt, dass ich seinen Wahlkampf nicht torpedieren, aber ihn auch nicht unterstützen werde.


Danach hatte ich nochmal ein Gespräch mit Bernd F. und Michael P. zum Thema und noch einmal meine Bedenken bezüglich Hans Jörgs und seinem Schaffen geäußert. Michael P. ist dann die Flucht nach vorne angetreten und hat einen Themenkanon für die Sozialpolitik erarbeitet.


Die Leitung der PG OB ist relativ schnell schleichend von Michael Göttenauer an Hans Jörg Tangermann übergegangen. Dies hätte mir bei der besuchten Sitzung schon klar sein müssen, aber ich habe auch danach noch an die Schwarmintelligenz geglaubt.

 

Dann aber wurde überschlugen sich die Ereignisse. Hans Jörgs eigenmächtiges Handeln brachte die Fraktion und mich im Besonderen als Fraktionsvorsitzenden auf den Plan. Ich habe Hans Jörg im Zuge des dort auftretenden Konfliktes eine Mail geschrieben. In dieser Mail, dessen Inhalt ich heute noch genauso unterschreiben würde wie zur Zeit ihrer Verfassung, habe ich Hans Jörg beleidigt. Das tat mir leid. Daher bin ich auf die einen Tag später stattfindende PG OB Wahl gegangen um mich bei Hans Jörg zu entschuldigen und erneut einen gemeinsamen Weg zu suchen. Auch das war ein Fehler. Denn Hans Jörg hat meine Entschuldigung als Schwäche interpretiert.


Neben der Tatsache, dass ich auf dieser PG OB erleben musste, dass mittlerweile diese Treffen wie Firmenmeetings stattfinden, in denen Hans Jörg Tangermann nur noch Arbeitsaufträge ver- und Ergebnisse mitteilt, habe ich auch Michel P. dort wiedergetroffen, der mittlerweile auch vollkommen frustriert war..

 

Hans Jörg Tangermann versuchte mich auf dieser PG erneut zu gewinnen, es müsse doch auch mir klar sein, dass Wahlkampf nur mit besonderen Themen zu führen sei und er habe schließlich einen Profi bei sich.

 

Ich habe dort auch erfahren, dass Hans Jörg Entwürfe für Großplakate durch Freunde erstellen lässt, die bis dato keinem Wiesbadener bekannt waren. Ein befreundeter Fotograf habe ihm Fotos dafür gemacht. Toll seien die geworden. Und alles kostenlos. Es wäre ja schließlich ein Personenwahlkampf, da müsse vor allem Tangermann zu sehen sein.

 

Fangen wir nochmal ganz vorne an: Schon „Einer Muss den Anfang machen“ empfinde ich als eine Anmaßung. Wer ist denn bitte schön „Einer?“ Den Anfang haben doch längst andere gemacht. Klarmachen zum Ändern.


Zwischendrin der Kalauer mit dem Elektroauto. Hans Jörg, der einen Oberklasse BMW fährt, stellte einen Antrag an den Vorstand, sich ein Elektroauto kaufen zu können, um mit diesem auf Wahlkampftour zu gehen, weil er glaubte sich damit besser verkaufen zu können.


Aber die Plakate waren wirklich der Brüller. Lebensgroßer Tangermann. Auch wenn Hans Jörg das seinen Kumpels von der PG OB wahrscheinlich solange erzählt hat, bis sie selber dran geglaubt haben. Die Frankfurter haben es vorgemacht wies auch anders geht: Wie führt man einen OB Wahlkampf mit Piraten und nicht mit Personen? Wir haben mal mit Themen statt Köpfen geworben. Eine OB Wahl können wir nicht gewinnen. Es ist daher völlig unerheblich wie groß die Tangermänner auf den Plakaten sind. Aber spätestens da war doch klar, dass der Wahlkampf nicht mehr die Ziele verfolgte, die er zu Anfang haben sollte. Hier ging es nicht um Themen, hier ging es nur noch um Tangermann.


Auf meine einfache Frage wer über die Entwürfe zu entscheiden hätte, wurde mir die Deadline als Entscheidungsträger genannt und ich angeschossen, dass ich nicht mithelfen würde bei der Standortwahl der Wesselmänner. Fakt ist, dass niemand aus dem Kreisverband an den Entwürfen der Wesselmänner mitgearbeitet hat, die Gestaltung wie die Vorbereitung völlig intransparent lief und Hans Jörg, wenn wir dies nicht verhindert hätten, Großplakate, die eventuell nicht mal alle in der PG OB gesehen hatten, auf Wesselmänner in Wiesbaden geklebt hätte. Unser Schatzmeister, der als Mediengestalter gute Ergebnisse abliefern hat, die bis dato allen gefallen haben, hatte zwar Interesse, die erforderlichen Vorlagen wurden ihm aber nicht geschickt.

 

Hans Jörg hat sich mit der Zeit immer mehr rausgenommen, weil er anscheinend innerhalb der PG OB auf keinen Widerstand mehr gestoßen ist. Hans Jörg Tangermann fiel seit seiner Nominierung auf den Listen wie auf den Treffen vor allem dadurch auf, dass er sich von den Piraten distanzierte. Seine Freunde würden sich von ihm abwenden. Er würde seinen Arsch in den Wind halten. Oft hat es mich schon gejuckt zu sagen, niemand hat Dich gezwungen als OB zu kandidieren. Aber ich habe das unterlassen. Das war wahrscheinlich auch ein Fehler. Auf dem letzten Treffen hat er gesagt, dass es für ihn, sein Klientel und sein Umfeld eher eine Last sei für die Piraten zu kandidieren. Rücktritt hat er trotzdem immer kategorisch abgelehnt.


Bei der darauffolgenden Fraktionssitzung zu der Hans Jörg um Aussprache gebeten hatte, hat er uns unmissverständlich mitgeteilt, dass er auf unsere Bedürfnisse und Wünsche keinen Wert legt.


Hans Jörg arbeitet mit Unterstellungen, Unwahrheiten, falschen Behauptungen, Beleidigungen und Drohungen. Und das in zunehmendem Maße und vor allem gegen die Leute, die die Vorgehensweise kritisieren. Ich habe aber niemals destruktiv agiert. Ich bin Urpirat. Ich habe bei allen Treffen immer auch den Kompromiss gesucht. Auch ein Grund, warum ich beim gestrigen Treffen Hans Jörgs Vorschlag durchaus etwas abgewinnen konnte, alleine, ohne Parteilogo weitermachen zu können. Allerdings ist diese Option nicht weiter verfolgt worden. Auch deshalb nicht, weil an dem Tag eine solche Entscheidung nicht getroffen werden konnte.


Es wurde uns in den vergangenen Wochen vieles vorgeworfen. Wir würden einen Klassenkampf lostreten, wir seien Spalter, von der Fraktion bestochen, alle bezahlt, würden uns vor einer Landtags- oder Bundestagskandidatur von Hans Jörg Tangermann fürchten. Irgendwann war das Maß voll. Von den „vier Verschwörern“ kann aber trotzdem keine Rede sein. Michael, Bernd, Kristof und ich sind aus unterschiedlichen Gründen zu ähnlichen Ergebnissen gekommen. Ein Vertrauensverhältnis zu diesem Kandidaten besteht nicht mehr. Darüber hinaus sehen auch weitere Kreisverbandsmitglieder und auch viele weitere Piraten Hans Jörg Tangermann kritisch.

 

Ich bedauere es sehr, dass es so weit gekommen ist. Ich hätte mir einen anderen Verlauf gewünscht. Leider war auch bei mir jegliches Vertrauen aufgebraucht.

 

Die Entscheidung der beiden Vertrauensleute ist keine leichte gewesen. Ich respektiere diese Entscheidung. Es gehört Mut dazu dem eigenen Gewissen zu folgen. Auch gegen Widerstände.

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