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Deshalb: Pirat ahoi!

Piratengedanke von Uschi Rotter am 11. März 2012 über ...

Frauen denken

Was ist mit den Frauen los? Grosse Ratlosigkeit allüberall, nur deshalb weil Frauen nicht mehr so gerne hervorgehobenen Pöstchen übernehmen wollen. Erklärungsnotstand auch bei den Piratinnen. Frau Weisband weiss auch nicht so recht woher und wohin, vermutet das, was Generationen vor ihr bereits vermuteten: es liegt daran, dass die kleinen Mädchen das falsche Spielzeug bekommen - man gibt ihnen Puppen zum Spielen. So ein Quatsch!

Zum einen brauchen alle Kinder so etwas wie Puppen, um den kindlichen Ablösungs- und Individuationsprozess zu bewerkstelligen, es handelt sich hierbei nämlich um das sogenannte psychische Übergangsobjekt. Das heisst, alle Kinder, die Puppen o.ä. haben durften, hatten eine gute Chance, sich zum autonomen Individuum zu entwickeln.- Sollte das etwa ein Nachteil sein in unserer Gesellschaft? -
Zum anderen sollte endlich mal jemand untersuchen, und ernst nehmen, was sich seit der Emanzipationsbewegung in unserer Gesellschaft getan und verändert hat! In welcher Familie, in welcher Schule werden denn heute noch Mädchen unterdrückt und für Heim und Herd erzogen?

Wir leben hier, aber wo ist unser Bewusstsein? In irgendeiner indischen Provinz? Mädchen sind in den letzten Jahren vor der Schule, in der Schule, nach der Schule so stark gefördert worden, dass sich Erzieher bereits Sorgen machten um die Jungen, die langsam nicht mehr mithalten konnten. Mädchen sind "Chefinnen" schon in der kleinen Kindergartengruppe, sind Klassenbeste, auch in Naturwissenschaften, sind Studienstreber mit den besten Abschlüssen. Das Argument der immer noch vernachlässigten Mädchen zielt so ziemlich an der Realität vorbei. Was also ist los mit den Frauen? Sind sie plötzlich auf ihrem Karriereweg dumm geworden? Müssen wir zugeben, dass wir doch nicht weitergekommen sind mit den Machos, die uns angeblich unterdrücken und nicht hochkommen lassen? Wieder Quatsch! Wenn ich nicht will, unterdrückt mich kein Macho!

Nein, die Dinge liegen völlig anders. Und zwar beginnt es mit der Fage nach den erreichbaren Vorteilen und Privilegien, die bei der Frauenemanzipation herauskommen sollen. Ist es wirklich ein Privileg, dass Frau jetzt multifunktionsfähig sein soll? Kindererziehung, Familie managen und gleichzeitig Nerven und Energien in den Karriereprozess stecken? Je höher die Karriere, desto grösser der Stress, denn frau muss sich ständig der wachsenden harten Konkurrenz stellen. Ist das wirklich eine Verbesserung der Lebensqualität?

Die Wahrheit ist, dass schon die kleinen Mädchen im Kindergarten nicht mehr frei spielen dürfen, sondern angetrieben werden, mit den anderen Knirpsen zu konkurrieren, und in allem die bessere zu sein. Vom 3. Lebensjahr an stellt man sie unter funktionalen Leistungsdruck, der durch die Schulzeit nicht besser wird, dem sich kein Mädchen mehr entziehen kann. Und nach der Schule wartet die harte Konkurrenz, catch as catch kann, da sind Ellenbogen und ähnliches gefragt, da gerät burn-out inzwischen schon zum Nachweis auf besonderen Fleiss und Leistungsbewusstsein. Ist frau intelligent, wenn sie das für sich will und erstrebt? Ist dieser Lebensstil wirklich erstrebenswert? Ist es denn wirklich Lebensqualität, wenn man jeden Tag völlig ausgelaugt beendet und hofft, dass der nächste Tag nicht ganz so anstrengend wird?

Es ist halt wie immer wenn man die Menschen intellektuell fördert: es gibt keine Garantie, dass sie im gewünschten Sinne denken, sondern es kommt vor dass sie sich selbstständig machen, selber denken, einen eigenen Kopf entwickeln! Frauen denken selbst - auch wenn die Ergebnisse ihres Denkens der Gesellschaft nicht in den Kram passen! Also anstatt zu jammern auf immer dem gleichen Niveau sollten wir endlich klarmachen, dass Frauen sich möglicherweise weniger ausbeuten lassen wollen und individueller sind. In diesem Sinn: Lasst Frauen das eigene Denken!

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