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Hendrik Seipel-Rotter
Hendrik Seipel-Rotter

Stadtverordneter

Piratengedanke von Hendrik Seipel-Rotter am 11. Januar 2011 über ...

Dioxinbomben im Kühlregal

Verbraucher werden durch die Medien in regelmäßigen Abständen über ihre Unfähigkeit aufgeklärt, gesunde von ungesunden Nahrungsmitteln unterscheiden zu können. Sie werden von Panikmeldungen gelenkt. Mal kaufen sie kein Rindfleisch, dann kein Schwein, zwischendurch nicht beim Biohändler, danach essen sie keine Pommes mehr und nun kaufen sie keine Eier.

Damit die Produzenten nicht massenhaft Pleite gehen, wird einem vorgegaukelt, dass alles unter Kontrolle sei. Das Fernsehen bringt Männer in weißen Kitteln, die, begleitet von fies dreinblickenden Polizisten, durch schwere eiserne Tore auf irgendwelche Gelände vordringen, um angeblich massenhaft Tiere zu keulen. Danach werden PR-Kampagnen gestartet. Die Politik sagt man müsste sich mal Regeln ausdenken, wie den kriminellen Machenschaften einzelner voll gemeiner schwarzer Schafe richtig einer eingeschenkt werden könnte. Der nie gestoppte Verkauf von Produkten, die angeblich nun wieder sicher sind, wird offiziell wieder eröffnet und weiter geht’s bis zum nächsten Skandal. Alles halb so schlimm. Gefahr für die Bevölkerung besteht ohnehin nie.

Die Fragen, ob das mit BSE verseuchte Rindfleisch, dass wir in uns reingeschaufelt haben, in 10 Jahren massenhaft Kreuzfeld Jakob Tote in Europa produziert, oder ob Dioxinbelastung im Suppenhuhn oder im Ei in einigen Jahren Krebs bei Erwachsenen oder Missbildungen bei Kindern auslösen wird, stellt schon gar keiner mehr. Oder wieso wir überhaupt Hühner in konzentrationslagerähnlichen Zuständen halten, warum pflanzenfressende Tiere zermahlene Scrapyschafe zu fressen bekommen, warum halb verwestes Fleisch mit neuen Etiketten in den Handel zurückgelangt oder was dioxinverseuchte Fette eigentlich im Futter von Hühnern zu suchen haben.

Was also ist der Grund dafür, dass wir jedes Jahr mindestens einmal in den Massenmedien darüber aufgeklärt werden, welcher biologisch schwer abbaubare Müll in unseren Kühlregalen liegt und von uns für verwertbare Nahrung gehalten wird?

Heute Morgen wieder im Radio gehört. Auf HR3, einem Sender, der sich zum nicht geringen Teil von Gebühren öffentlich rechtlicher Gelder nährt und damit in der Aufklärungs- und Informationspflicht ist: „Denn der Verbraucher will vor allem eines: Billiges Fleisch“.

Aha. Da haben wirs wieder. Der Verbraucher! Ich bin Schuld. Ich will nämlich sparen. Und weil "der Verbraucher" seine Waren dort einkauft wo sie am billigsten zu sein scheinen, bekommt er volle Lotte eins übergebraten. Von den Lebensmittelproduzenten. Denn die wollen das auch. Die wollen auch sparen. Am Futter, am Vieh, an der Haltung, am Transport, an den Löhnen, an der Verpackung, an der Qualität, der Sicherheit, dem Geschmack, der Mastdauer,…. Und am Fleisch selbst.

Der Grund liegt im System selbst. Solange die Versorgung mit Lebensmitteln nach den gleichen Regeln funktioniert wie die mit Autos oder Bankkrediten, solange werden wir von immer mehr Lebensmittelskandalen betroffen sein und der HR3 wird mich weiter wecken mit dem Vorwurf ich selbst sei daran schuld, dass ich vom Essen krank werde.

Klarmachen zum Ändern!

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