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Jörg Sobek
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Pirat

Zukunftsorientierte Politik ist kein Windfähnchen, sondern ein Segel mit Rückenwind

Piratengedanke von Jörg Sobek am 02. Mai 2013 über ...

Die Geister, die ich rief

Wer die Zeit der Deutschen Bundespost noch miterlebt hat erinnert sich: Telefonate wurden pro Minute abgerechnet. Am Tag war es teurer und am Abend günstiger. Ferngespräche kosteten mehr als Ortsgepräche. So war es auch nicht verwunderlich, dass die Steinzeit des Internet ebenfalls Minutentarife vorsah. Mit Vorvorwahlen konnte man sparen. Aber irgendwie passte dieses Preismodell nicht zur Nutzungsweise. Warum sollte man für die Zeit zahlen, in der man eine zuvor heruntergeladene Internetseite las?

Dann kam DSL mit 768 kbit/s. Das war der Datenturbo! Damit niemand auf die Idee kam, einen eigenen Internetserver zu betreiben, wurde der Upload auf ca. 1/10 des Downloads beschränkt und einmal am Tag erfolgte die Zwangstrennung. Schon bald darauf wurden Kunden zum Umstieg auf den teureren 1.024 kbit/s-Anschluss gezwungen. In vollmundigen Werbesprüchen war jetzt immer häufiger die Rede von Flatrates - Surf-Flat, Call-Flat, ... Jedem muss dabei klar sein, dass es immer wieder Kunden mit exzessiver Nutzung von Pauschalangeboten geben würde. Das war einkalkuliert. Schließlich gibt es auch Kunden, die ihren Anschluss weit unterdurchschnittlich nutzen.

Dank der Kabelnetzbetreiber gibt es nun seit einigen Jahren einen Wettbewerb um Bandbreiten. Mit Übertragungsgeschwindigkeiten von 25, 50 und über 100 Mbit/s werden aber auch neue Nutzungen möglich. Gerade Videos verschlingen Gigabytes. Und hier sieht die Telekom ein Problem auf sich zukommen. Für die weit verbreiteten 16 Mbit/s-Anschlüsse sollen Kunden deshalb zukünftig ab 75 GB Übertragungsvolumen im Monat auf 384 kbit/s gedrosselt werden. Wer für das Online-Fernsehangebot des "Rosa Riesen" extra zahlt, wird hingegen ausgenommen.

Hier stellt sich die Frage nach der Netzneutralität. Dürfen Provider Einfluss auf den Zugang zu bestimmten Internetseiten nehmen? Schließlich zahlen auch Anbieter wie Youtube & Co. für ihre Zugänge und Online-Videotheken berechnen ihren Kunden ja auch was extra. Die Drosselung einzelner Seiten oder ganzer Anschlüsse hätte unmittelbar Auswirkung auf den Wettbewerb.

Die Telekom war jedenfalls reichlich überrascht über das mediale Echo ihrer Entscheidung und hat nun Angst, dass die Kunden davonlaufen. Aber genau das ist das einzige Mittel, das dem Verbaucher bleibt, wenn er sich nicht gängeln lassen will. Die PIRATEN verfolgen aufmerksam das Geschäftsgebaren marktbeherrschender Unternehmen und treten für die Verbraucherinteressen ein. Deshalb:

Klarmachen zum ändern!

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