Meldungen
Piratengedanken
Pressemitteilungen
Piratengedanken
Pressemitteilungen
Jörg Sobek
Jörg Sobek

Pirat

Zukunftsorientierte Politik ist kein Windfähnchen, sondern ein Segel mit Rückenwind

Piratengedanke von Jörg Sobek am 29. September 2011 über ...

Der Preis der Transparenz

Kann man öffentlich über die wirtschaftliche Lage europäischer Staaten sprechen, wenn dadurch nachteilige Reaktionen befürchtet werden müssen? Bis heute wird der deutschen Bevölkerung erklärt, die Lage sei kritisch, komplex und noch nie dagewesen. Mit anderen Worten, niemand weiss, wie sich massive Interventionen der Euro-Staaten langfristig auf die Stabilität der Währung auswirken. Nichts tun geht aber auch nicht.

Vor 2002 haben sich Unterschiede in der wirtschaftlichen Leistungsfähigkeit der EU-Staaten in den Wechselkursen ausgedrückt. Bei Schwankungen intervenierten die Zentralbanken. Stabile Wechselkurse bieten bei Exporten mehr Planungssicherheit. In diesem Sinne profitiert Deutschland. Sowohl der Europäische Wechselkursverbund als auch das Europäische Währungssystem scheiterten aber bei zu starken Schwankungen. Die vermeintliche Lösung: eine gemeinsame Währung - der Euro.

Rating Agenturen bewerten die Bonität von Schuldnern und beeinflussen damit den Preis des Geldes - den Zinssatz. Im schlimmsten Fall sorgt eine schlechte Bewertung dafür, dass niemand mehr Geld leiht. An dieser Stelle sind wir bei Griechenland angekommen und die Sorge geht um, dass es Portugal, Irland, Italien und Spanien ähnlich gehen könnte. Das würde auch nicht spurlos am exportorientierten Deutschland vorbeigehen.

Politiker beschweren sich, Rating Agenturen verhielten sich nicht verantwortungsbewusst, wenn sie während der Vorbereitung von Rettungsmaßnahmen das Rating herabstufen. Zu recht verweisen sie auf bedenkliche Interessenkonflikte. So ist z.B. Warren Buffett - einer der reichsten Menschen auf dem Globus - der größte Gesellschafter bei Moody's. Kenntnis über bevorstehende Änderungen in der Bewertung eines Schuldners "könnten" zu Insiderhandel verleiten.

Aber auch ohne diese Agenturen, überlegt sich jeder Kapitalanleger, ob er noch Anleihen von diesem oder jenem Staat kauft. Traurig aber wahr: Nur wenn Fehlverhalten der Regierungen aufgezeigt werden, ändert sich etwas.

Kommentare

Um einen Kommentar zum Thema abzugeben, musst Du Dich über ein dezentrales Authentifizierungssystem wie Facebook, Twitter, Yahoo oder OpenID anmelden.

powered by Disqus