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Hans-Jörg Tangermann
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Pirat

Neue Visionen finden und umsetzen um für alle etwas zu verbessern, Vorbilder finden und einen früher selbstverständlichen ethischen Kodex wiederbeleben

Piratengedanke von Hans-Jörg Tangermann am 20. Dezember 2012 über ...

Bitte entschuldige lieber Wähler, aber wir haben gerade keine Zeit für Dich!

Ja liebe Piraten, Freibeuter und Wiesbadener, gerade stehen wieder mal einige Wahlen an. Und diese wird geneigte Wähler entscheiden, oder auch nicht? Vielleicht entscheidet auch der Nichtwähler, also der Bürger, der seine Stimme verweigert. Wir dürfen gespannt sein. 

Diese Spannung zeichnet sich auch in der Piratenpartei ab. Plötzlich geht die Angst um. Man glaubte doch das Mandat schon so sicher zu haben. Und nun zeigen die Bürger die kalte 3% Schulter. Es fragt sich aber dennoch offenbar keiner: was haben wir falsch gemacht? Selbstkritik ist nicht gerade eine der Kernkompetenzen der Piraten. Schade eigentlich... Denn interessant wäre doch mal zu erfahren, was der Wähler eigentlich möchte, was seine Ängste sind und wie wir etwas in diesem Sinne verändern können. Da wäre ein Abgleich des Fremd- und des Eigenbildes sicher mal gut, manche sagen dringend nötig. 

Ich habe bei der letzten Kommunalwahl in Wiesbaden Piraten gewählt, lange bevor ich über einen Beitritt oder gar eine OB Kandidatur nachgedacht habe. Weil ich in meinen Unternehmen schon Anfang der 90er Jahre Transparenz gelebt habe. Weil ich Arbeitgeber und Gewerkschaftsmitglied bin. Weil ich dachte hier soll etwas verändert werden, hier soll etwas aufgebrochen werden, hier wird vielleicht sogar die Stimme des Volkes erhoben! 

Doch Mandate und die Aussicht auf eine sichere Existenz verändern einiges. Manche Stimme wird derzeit leiser oder andere haben schon ihre "cojones" an der Garderobe abgegeben. Hola! Und im internen Umgang unterscheiden sich die Piraten doch nicht mehr so sehr von den Etablierten. Nach aussen Transparenz fordern, nach innen abgeschottete Allianzen bilden. Schade eigentlich. 

Das Entern des "Langtages" in Berlin war sicher der Höhepunkt der Sympathie, seitdem befinden sich die Piraten auf dem absteigenden Ast. Und keinen interessiert das Warum, denn man hat genug damit zu tun, sich mit internen Abläufen und Diskussionen zu tun. Insofern... mein persönliches Resümee: da unterscheiden sich die Piraten nicht von einem Grosskonzern: der Kunde... Verzeihung... der Wähler stört eher. Bitte entschuldige lieber Wähler!

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