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Kristof Zerbe
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Pirat

Selbst denken und sich dazu äußern heißt Bewegung. Stillstand ist nicht akzeptabel.

Piratengedanke von Kristof Zerbe am 16. Februar 2011 über ...

Alkoholverbot und Polizeipräsenz

Aktuell jagt die Polizeigewerkschaft wieder eine altbekannte Sau durchs Dorf: die 0,0 Promille-Grenze für Autofahrer. 

Auch wenn ich persönlich diese Forderung als sinnvoll erachte, weil dann das Argument "ein Bierchen geht doch" nicht mehr zieht, finde ich die Begründung eines Polizeisprechers heute auf SWR3 ziemlichen schwach, der sich auf den Standpunkt zurückzog, die Polizei hätte nicht die nötige Personaldecke für umfassendere Kontrollen.

Aus seiner Sicht ist die Begründung verständlich, aber sie zielt wieder einmal in die vollkommen falsche Richtung! Frei nach dem Motto "Man gibt uns nicht die nötigen Mittel, also fordern wir eine Gesetzesänderung". Absoluter Nonsens!

Die Politik ist gefordert geltendes Recht umzusetzen und nicht die Gesetze dem Geldbeutel oder politischen Opportunitäten anzupassen. In Sachsen will die Landesregierung über 2.000 Stellen in Polizeibehörden abbauen und dafür Kameras anschaffen. Das ist und bleibt der falsche Weg!

Es ist doch keinem Menschen zu erklären, warum er bei akuter Gefahr 30 Minuten oder länger auf eine Streife warten muss, weil gerade "keiner zur Verfügung steht".
Was für ein Schwachsinn ist das, wenn man immer mehr Polizisten entlässt, Stellen nicht neu besetzt, Reviere zusammenlegt und sich dann wundert warum die Akzeptanz der Bürger schwindet. Vollkommen überarbeitete Polizisten können keinen guten Job mehr machen. 

Aber die Innenminister haben ja eine Lösung für das Dilemma: die Technik. Die wird's schon richten. Hängen wir halt ein paar Kameras mehr auf und der Bürger fühlt sich sicher! 

Ich arbeite selbst in der IT und weiß, dass die Worte "Technik" und "Sicher" nicht zusammen passen. Maschinen haben weder Moral noch Verstand. Sie sind nicht fähig zwischen Gut und Böse zu unterscheiden. Das "Bauchgefühl" eines Polizisten ist mehr wert als jeder Chip.

Mit zwei Schutzpolizisten am Hauptbahnhof braucht es keine neuen Kameras, denn das wäre eine echte und keine gefühlte Sicherheit.

Es wird soviel Geld zum Fenster rausgeworfen für Projekte wie INDECT oder, um lokal zu bleiben, für "Wir-sind-Uni"-EBS-Aktionen, die kein Mensch braucht, das an dieser Stelle viel besser aufgehoben wäre. 

Was wäre das für einen Schlagzeile: "Hessen investiert 50 Millionen aus freigewordenen EBS-Geldern in neue Stellen für Polizei"...

Klarmachen zum Ändern!

Update: 
Gerade lese ich einen Spiegel-Online-Artikel über einen Überfall in Berlin. O-Ton eines damit befassten Kriminalbeamten:
Die Kameras haben jetzt dafür gesorgt, dass die Polizei die Täter schnell stellen und von ihnen kein weiterer Schaden ausgehen konnte. Aber die Tat verhindert haben die Kameras nicht. Den bewaffneten Schutzmann auf dem Bahnhof kann man nicht durch Linsen und ein paar Drähte ersetzen.
Wie recht hat dieser Mann und wann wachen wir endlich auf?

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