| 1 | Verantwortung für Wiesbaden |
| 2 | |
| 3 | Präambel |
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| 5 | Die Parteien und Fraktionen von CDU und SPD in Wiesbaden -im weiteren Verlauf |
| 6 | Koalitionspartner genannt - wollen in den Jahren 2011 bis 2016 Politik für die |
| 7 | Bürgerinnen und Bürger der Landeshauptstadt Wiesbaden gestalten. |
| 8 | |
| 9 | Sie nehmen das ihnen in der Kommunalwahl übertragene Mandat zur Verantwortung |
| 10 | für diese Stadt gemeinsam mit den Menschen in Wiesbaden wahr und möchten mit |
| 11 | ihrer Politik dazu beitragen, Wiesbaden voranzubringen. |
| 12 | |
| 13 | Die Koalitionspartner wollen die Stadt in sozialer, ökologischer und wirtschaftlicher |
| 14 | Sicht weiter entwickeln, dabei Bewahrtes erhalten, Neues entwickeln und all dies |
| 15 | gepaart mit wirtschaftlicher Vernunft umsetzen. |
| 16 | |
| 17 | Die Koalitionspartner sind sich einig, auf Grundlage des nachstehend aufgeführten |
| 18 | Vertrages eine Koalition für die Zeit bis zum Ende der Wahlperiode im Jahr 2016 |
| 19 | einzugehen. |
| 20 | |
| 21 | Die Koalitionspartner setzen folgende Schwerpunkte: |
| 22 | |
| 23 | * Kinderbetreuung: nachfragegemäßer Ausbau der Krippenbetreuung im |
| 24 | Rahmen von rund 1.500 Plätzen und starker Ausbau der |
| 25 | Schulkinderbetreuung auch in den Ferienzeiten -alle Grundschulkinder sollen |
| 26 | einen Betreuungsplatz erhalten. |
| 27 | |
| 28 | * Neubau der Rhein-Main-Hallen zu einer zukunftsfähigen Kongresshalle und |
| 29 | Neuausrichtung des Messe-und Kongresswesens. |
| 30 | |
| 31 | Kommunale Offensive zur Erzeugung regenerativer Energien und zur |
| 32 | Energieeinsparung. |
| 33 | |
| 34 | * Neubau der HSK und Sicherung der Klinik als Haus der Maximalversorgung |
| 35 | in kommunaler Trägerschaft. |
| 36 | |
| 37 | * Wohnungsbauförderung in Höhe von 50 Millionen Euro und Mobilisierung |
| 38 | von Flächen. |
| 39 | |
| 40 | * Transparenzoffensive: Der Stadtkonzern soll in allen Teilen noch näher an |
| 41 | die Stadtverordnetenversammlung und die Öffentlichkeit angebunden werden. |
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| 44 | [Inhaltsverzeichnis] |
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| 58 | Regeln der Zusammenarbeit |
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| 60 | Die Koalitionspartner wollen fair, verlässlich und vertrauensvoll in den |
| 61 | Körperschaften der Stadt zusammenarbeiten und ihr Handeln im Interesse |
| 62 | Wiesbadens und ihrer Bürgerinnen und Bürger verlässlich gestalten. Deshalb haben |
| 63 | die Koalitionspartner folgende Regelungen für die Zusammenarbeit, zur |
| 64 | Konfliktvermeidung und zur Konfliktlösung vereinbart: |
| 65 | |
| 66 | Die Koalitionspartner haben vereinbart, bereits in der Vergangenheit beschlossene |
| 67 | Projekte umzusetzen. |
| 68 | |
| 69 | Die Koalitionspartner sichern sich zu, in den Körperschaften der Stadt nicht |
| 70 | gegeneinander abzustimmen. Das gilt auch für Punkte der Wiesbadener |
| 71 | Kommunalpolitik, die nicht Gegenstand der Koalitionsvereinbarung sind. Nicht |
| 72 | ausräumbare Dissenspunkte werden durch gemeinsame Verfahrensabsprachen |
| 73 | einvernehmlich geregelt. |
| 74 | |
| 75 | Auch in übergeordneten Gremien handeln die Koalitionspartner im gemeinsamen |
| 76 | Interesse der Stadt. |
| 77 | |
| 78 | Keiner der Koalitionspartner wird Wahlempfehlungen zugunsten von außerhalb der |
| 79 | Koalition stehenden Kandidaten oder Wahllisten abgeben. |
| 80 | |
| 81 | Anträge der Koalitionspartner für die Stadtverordnetenversammlung und für die |
| 82 | Fachausschüsse werden untereinander abgestimmt und können dann gestellt |
| 83 | werden, wenn kein Koalitionspartner ein Veto erhebt. Anträge einer Fraktion werden |
| 84 | dem anderen Partner rechtzeitig vor Einreichung zur Abstimmung bekannt gegeben. |
| 85 | |
| 86 | Die Partner erkennen an, dass die Parteien auf Landes-und auf Bundesebene |
| 87 | verschiedene Positionen vertreten. Sollten bundes- oder landespolitische Themen im |
| 88 | Stadtparlament behandelt werden, gilt folgendes Verfahren: Die Koalitionspartner |
| 89 | verständigen sich auf ein gemeinsames Verfahren und sind in der Aussprache frei, |
| 90 | ihre Positionen öffentlich zu vertreten. |
| 91 | |
| 92 | Es wird ein Koalitionsausschuss eingerichtet, der auf Wunsch mindestens eines der |
| 93 | Koalitionspartner zusammentritt. Der Koalitionsausschuss befasst sich mit |
| 94 | Grundsatzfragen und der Klärung aufgetretener Dissenspunkte. Der |
| 95 | Koalitionsausschuss besteht aus den jeweiligen Partei-und Fraktionsvorsitzenden |
| 96 | sowie den Fachdezernenten oder je nach zu behandelnden Themenfeldern den |
| 97 | entsprechenden Fachsprechern. |
| 98 | |
| 99 | Die Magistratsvorbesprechung der Koalitionspartner besteht aus den hauptamtlichen |
| 100 | Magistratsmitgliedern plus zwei Personen pro Fraktion. |
|
| 101 | Kinderbetreuung |
| 102 | |
| 103 | Die Koalition sieht den Ausbau der Kinderbetreuung als eines ihrer Schlüsselprojekte |
| 104 | an. Dies betrifft alle Formen, von der Krippenbetreuung (U3) bis zur |
| 105 | Schulkinderbetreuung. Dieser Ausbau verlangt Anstrengungen von allen Seiten: Von |
| 106 | Kommune, Eltern und auch von Unternehmen, die eine umfassende |
| 107 | Kinderbetreuung als Standortfaktor nutzen können. |
| 108 | |
| 109 | Die Koalition setzt sich zum Ziel, über die bisher geplante Abdeckung von |
| 110 | Krippenplätzen in Wiesbaden hinaus (gesetzliche Quote bis 2013: 35 Prozent), |
| 111 | weitere 1.500 Krippenplätze zu schaffen. Die Notwendigkeit für diese Plätze ergibt |
| 112 | sich aus den sich rapide ändernden gesellschaftlichen Rahmenbedingungen und |
| 113 | lässt sich empirisch auf eine aktuelle Umfrage unter Wiesbadener Eltern |
| 114 | zurückführen (nachfragegesteuert). Ein Ausbau der Krippenbetreuung dient daher |
| 115 | zum einen der besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf und steigert zum |
| 116 | anderen die Chancengerechtigkeit für alle Kinder bei möglichst früher Förderung. |
| 117 | |
| 118 | Mit diesem Zusatzangebot nähert sich die Krippenversorgung einer Quote von 50 |
| 119 | Prozent. |
| 120 | |
| 121 | Gleichzeitig streben die Koalitionspartner den Einstieg in eine umfassende |
| 122 | Nachmittagsbetreuung an Grundschulen an. Ziel muss es sein, für alle Kinder, deren |
| 123 | Eltern dies wünschen, einen Betreuungsplatz zur Verfügung zu stellen. |
| 124 | |
| 125 | Ausbau der Krippenplätze |
| 126 | |
| 127 | Um den ambitionierten Ausbau der Krippenplätze zu erreichen, werden neben der |
| 128 | Errichtung von Krippenplätzen im Bestand der Kindertagesstätten und durch Neubau |
| 129 | sukzessive an Stelle bestehender Hortgruppen Krippengruppeneingerichtet Die |
| 130 | wegfallenden Hortplätze werden durch an den Schulen einzurichtende neue |
| 131 | Betreuungsangebote kompensiert. Hortplätze werden erst dann aufgegeben, wenn |
| 132 | die professionelle Betreuung an einer Schule gesichert ist Die Umwandlung der |
| 133 | Hortgruppen erfolgt demnach Schritt für Schritt und zunächst dort, wo die Betreuung |
| 134 | mit geringem Aufwand an der Schule untergebracht werden kann; zuletzt dort, wo an |
| 135 | der Schule bzw. deren Areal eine Unterbringung nicht möglich ist und auf die |
| 136 | Umgebung -zu entsprechend höheren Kosten -ausgewichen werden muss. |
| 137 | |
| 138 | Kindertagespflege |
| 139 | |
| 140 | Die Kindertagespflege ist auch weiterhin eine zusätzliche Betreuungsform, die die |
| 141 | Koalitionspartner fördern wollen. Der Ausbau von Tagespflegeplätzen wird deshalb |
| 142 | fortgesetzt. |
| 143 | |
| 144 | Elementarbereich |
| 145 | |
| 146 | Die Zahl der Elementarplätze wird nachfragegerecht geringfügig ausgebaut. |
| 147 | |
| 148 | Kooperation Kita - Grundschule |
| 149 | |
| 150 | Die strukturelle Kooperation zwischen Kindertagesstätten und Grundschulen in den |
| 151 | 2007 eingeführten "Lokalen Netzwerken Übergang Kindertagesstätte -Grundschule" |
| 152 | wird auf alle Grundschulen ausgedehnt. Zwischen der Grundschule und den |
| 153 | Kindertagesstätten in ihrem Einzugsbereich soll mindestens einmal im Jahr ein |
| 154 | Projekt zur Unterstützung des Übergangs KT -Grundschule stattfinden. |
| 155 | |
| 156 | Ausbau der Schulkinderbetreuung |
| 157 | |
| 158 | Die Koalitionspartner sehen den Ausbau der Schulkinderbetreuung als Brücke zur |
| 159 | Ganztagsschule. Dabei herrscht das Prinzip der Freiwilligkeit. Ziel ist die bessere |
| 160 | Vereinbarkeit von Familie und Beruf sowie eine Verstärkung von |
| 161 | Bildungsanstrengungen für Kinder. Dabei ist zu beachten, dass die Stadt Wiesbaden |
| 162 | in der Betreuung von Schulkindern auch für das Land einspringt, das seinem |
| 163 | Betreuungsauftrag an den Schulen nicht immer vollumfänglich gerecht wird. Dieser |
| 164 | Zustand ist auf die Dauer inakzeptabel. |
| 165 | |
| 166 | Die Schulkinderbetreuung wird künftig auf drei Säulen gestellt. |
| 167 | 1. Säule: Betreuung durch Eltern-und Fördervereine, die weiterhin vom |
| 168 | Schuldezernat koordiniert wird. |
| 169 | 2. Säule: Betreuende Grundschule in Verantwortung des Sozialdezernats. Hier |
| 170 | ist die Ausweitung auf drei weitere Schulen vorgesehen. |
| 171 | 3. Säule: Ein Betreuungsangebot in städtischer Regie an Schulen, das vom |
| 172 | Schuldezernat entweder in Zusammenarbeit mit freien Trägern oder durch |
| 173 | eigene Angebote organisiert wird und das eingerichtet wird, wenn an einer |
| 174 | Schule durch die ersten beiden Betreuungsformen nicht genügend Kinder |
| 175 | betreut werden können. |
| 176 | Vor Einrichtung der dritten Säule an einer Schule ist zu prüfen, ob der zusätzliche |
| 177 | Betreuungsbedarf nicht durch eine der beiden anderen Säulen (Elternverein |
| 178 | und/oder BGS) abgedeckt werden kann. An einer Schule soll es maximal zwei der |
| 179 | skizzierten Säulen geben. |
| 180 | |
| 181 | Betreuende Grundschule |
| 182 | |
| 183 | Die Betreuende Grundschule (BGS) wird auf die drei Schulen ausgeweitet, an denen |
| 184 | dies aus Gründen der sozialen Bedarfslage notwendig ist: An der Freiherr-vom-Stein |
| 185 | Schule, der Riederbergschule und der Brüder-Grimm-Schule. |
| 186 | |
| 187 | Für alle drei Säulen der Schulkinderbetreuung soll es künftig verlässliche Standards |
| 188 | geben, die sich inhaltlich an den Standards für den Ganztagsschulbetrieb orientieren. |
| 189 | Die Betreuungszeit soll künftig als feste Regel die Zeit zwischen 7.30 und 17.00 Uhr |
| 190 | umfassen, Ausnahmen (kürzere oder längere Betreuungszeiten) sind im Einzelfall |
| 191 | bei entsprechend höherem oder geringerem Bedarf möglich. Die Betreuungszeiten |
| 192 | sollen sich unter Beachtung der dreiwöchigen Schließzeiten (Betriebsferien) im Jahr, |
| 193 | entsprechend der Regelung in städtischen Kindertagesstätten, auch auf die |
| 194 | Schulferienzeiten erstrecken. |
| 195 | |
| 196 | Um den massiven Ausbau der Betreuung von Schulkindern zu realisieren, sind |
| 197 | Räumlichkeiten vonnöten. Grundsätzlich gilt, dass bei der Einrichtung zusätzlicher |
| 198 | Betreuungsplätze I-gruppen die (Mit-)Nutzung bestehender Räume bzw. schulischer |
| 199 | Infrastruktur einem Neubau vorzuziehen ist. Dazu gehören auch Klassenzimmer, |
| 200 | etwa zur Hausaufgabenbetreuung. Grundsätzlich sollen Büroräume von den |
| 201 | unterschiedlichen Anbietern der Schulkinderbetreuung gemeinsam genutzt werden. |
| 202 | Im Rahmen eines neuen Betreuungsprojektes sollen nicht mehr als maximal zwei |
| 203 | Gruppenräume und ein Büroraum gebaut werden. |
| 204 | |
| 205 | Für alle drei Säulen wird es aber auch qualitative Standards geben. Die Standards |
| 206 | für die Eltern-und Fördervereine bleiben erhalten, für die neu aufzubauende dritte |
| 207 | Säule wird ein Personalschlüssel angelegt, der zwischen dem der Eltern-und |
| 208 | Fördervereine und der Betreuenden Grundschule liegt. |
| 209 | |
| 210 | Die dritte Säule hat die beidseitige Integration von Schule und Betreuungseinrichtung |
| 211 | zum Ziel. Denn das Land hat sich ebenfalls mit Ressourcen an der |
| 212 | Schulkinderbetreuung zu beteiligen, so lange es seiner Betreuungsverpflichtung nicht |
| 213 | vol/umfänglich nachkommen kann. Angestrebt wird daher eine vernetzte |
| 214 | Arbeitsweise, etwa durch die Mitgestaltung von Projektwochen oder freiwillige |
| 215 | Unterrichtsangebote am Nachmittag. |
| 216 | |
| 217 | Elternbeiträge |
| 218 | |
| 219 | Um die beiden vorrangigen Ziele des Krippenplatzausbaus und der umfassenden |
| 220 | Schulkinderbetreuung zu realisieren, sind erhebliche Kraftanstrengungen aller |
| 221 | Beteiligten nötig. Deshalb wird die Koalition eine Anpassung der Elternbeiträge |
| 222 | vornehmen -nur so ist die von den Eltern massiv geforderte Erhöhung der |
| 223 | Betreuungsplätze im Krippen-und Schulkinderbereich umsetzbar. Dies erfolgt im |
| 224 | Rahmen des bisherigen Beitragssystems und sieht künftig eine einheitliche |
| 225 | Beitragserhebung für alle Betreuungsbereiche vor. |
| 226 | |
| 227 | Zum Stichtag 01.01.2012 wird für alle Betreuungsformen der Beitrag angepasst; das |
| 228 | einkommensabhängige Zuschusssystem bleibt erhalten. Die Koalitionspartner |
| 229 | verständigen sich darauf, dass ab 1. Januar 2012 folgende Beiträge erhoben werden |
| 230 | sollen: |
| 231 | Krippenplatz I U3: 250 Euro (bisher: 190 Euro) |
| 232 | Elementarplatz: 160 Euro (bisher: 140 Euro) |
| 233 | Schulkinder: 160 Euro (bisher 140 Euro). Dies schließt im Rahmen des geltenden |
| 234 | Beitragssystems künftig auch die Betreuende Grundschule ein. |
| 235 | |
| 236 | In einer zweiten Stufe (ab 2013) wird die Beitrags-und Gebührenbezuschussung |
| 237 | unter Beteiligung der Träger von Kinderbetreuungseinrichtungen einer Revision |
| 238 | unterzogen. Dabei werden zeitmodulare Betreuungsangebote (z.B. Halbtags-, |
| 239 | Zweidrittel-, Ganztagsplatz) gemacht; das Gebührensystem wird entsprechend |
| 240 | angepasst. Dies wird nicht zu einer weiteren Erhöhung des Gebührenaufkommens |
| 241 | führen. |
| 242 | |
| 243 | Zusatzangebote (auch von Dritten) werden systematisch in den |
| 244 | Betreuungseinrichtungen platziert. (Zweitsprache, Sport, Musik und anderes). Falls |
| 245 | Kosten anfallen, wird für die Nutzung ein eigener Kostenbeitrag erhoben. Damit soll |
| 246 | die Belastung für Eltern und Umwelt ("Eltern-Taxi") reduziert werden und gleichzeitig |
| 247 | dem sozialen Aspekt Rechnung getragen werden, dass die Kinder auch |
| 248 | Zusatzangebote in der gewohnten Gruppe wahrnehmen können. |
| 249 | |
| 250 | Auf der Grundlage der Ergebnisse der durchgeführten Kosten-und |
| 251 | Leistungsrechnung im Kita-Bereich werden Obergrenzen (Maximalkosten pro Platz |
| 252 | und Jahr) festgelegt, die kein Träger überschreiten darf. |
| 253 | |
| 254 | Die Koalitionspartner sind sich einig, dass auch die städtischen Kindertagesstätten |
| 255 | und die Kindertagesstätten freier Träger kontinuierlich saniert und instand gehalten |
| 256 | werden müssen. |
| 257 | Sozialpolitik |
| 258 | |
| 259 | Unterstützung für Eltern |
| 260 | |
| 261 | Die Kinder-Eltern-Zentren (KiEZ) sind ein erfolgreiches Programm zur Beratung und |
| 262 | sozialen Festigung im Stadtteil. Die bestehenden sechs Zentren werden gefördert |
| 263 | und um zwei neue Zentren in den Stadtteilen mit besonderen Bedarfslagen ergänzt. |
| 264 | |
| 265 | Die zielgruppenorientierte Elternbildung wird erhalten und soll verstärkt werden. Auch |
| 266 | dieses Projekt dient der frühzeitigen Stärkung von Eltern und Kindern in Stadtteilen |
| 267 | mit besonderer Bedarfslage. |
| 268 | |
| 269 | Um künftig den Schutzauftrag bei Kindeswohlgefährdung effektiver umzusetzen, |
| 270 | erfolgt eine Prüfung des Bedarfs in der Bezirkssozialarbeit. |
| 271 | Über die bisherigen bewährten Hilfsangebote hinaus sind sich die Parteien einig, |
| 272 | dass mit einer Familienunterstützung Hand in Hand, die Chancengleichheit für alle |
| 273 | Kinder unabhängig von ihrer Herkunft verbessert werden muss, um die |
| 274 | Bildungschancen zu erhöhen. |
| 275 | |
| 276 | Integration I Inklusion
|
| 277 | |
| 278 | Integration und Inklusion von Kindern mit Behinderung in den Kindertagesstätten in |
| 279 | Wiesbaden sind für die Koalition ein wichtiges Ziel, das mit Nachdruck weiterverfolgt |
| 280 | werden muss. Die Unterstützung der betroffenen Kinder und Familien bei |
| 281 | Inanspruchnahme der gesetzlichen Leistungen ist daher wie bisher Aufgabe und |
| 282 | Auftrag der Landeshauptstadt Wiesbaden. |
| 283 | |
| 284 | Wiesbaden barrierefrei |
| 285 | |
| 286 | Um auch in Wiesbaden das Übereinkommen der Vereinten Nationen über die Rechte |
| 287 | von Menschen mit Behinderung umzusetzen, wird ein kommunaler Aktionsplan |
| 288 | erstellt, in dem Maßnahmen zur Zielerreichung festgelegt werden. Die Erarbeitung |
| 289 | dieses Aktionsplanes wird dezernatsübergreifend angelegt. Darüber hinaus sind der |
| 290 | Arbeitskreis der Behindertenorganisationen und Interessengemeinschaften |
| 291 | Behinderter zu beteiligen. Bei allen Baumaßnahmen erfolgt künftig eine Zertifizierung |
| 292 | im Hinblick auf Barrierefreiheit (z.8. durch den VdK -kostenfrei). |
| 293 | |
| 294 | Jugend |
| 295 | |
| 296 | Die Koalition strebt eine Stärkung der Jugendverbandsarbeit in Wiesbaden an. Bei |
| 297 | der Maßnahmenförderung (Zuschüsse für Fahrten und Lager) werden deshalb pro |
| 298 | Jahr 50.000 Euro zugesetzt. |
| 299 | |
| 300 | In Wiesbaden fehlt es an Räumen für Jugendliche. Deshalb werden die Koalitionäre |
| 301 | die Einrichtung eines Hauses der Jugend prüfen. Auch soll geprüft werden, welche |
| 302 | Gebäude mit welchen Auflagen im Rahmen des Immobilienbestandes der |
| 303 | städtischen Gesellschaften bei Eigenleistungen der Betroffenen ggf. zur Verfügung |
| 304 | gestellt werden können. |
| 305 | |
| 306 | Schulsozialarbeit |
| 307 | |
| 308 | Die Schulsozialarbeit hat sich als äußerst wirkungsvolles Mittel der Stärkung und |
| 309 | Stützung von Jugendlichen erwiesen. Deshalb wird der bisherige Umfang der |
| 310 | Schulsozialarbeit beibehalten und ausgebaut. Sie wird als Angebot der |
| 311 | Jugendberufshilfe an der Albert-Schweitzer-Schule eingerichtet und an folgenden |
| 312 | Schulen bedarfsgerecht ausgebaut: August-Hermann-Francke-Schule, Riehlschule, |
| 313 | Wilhelm-Leuschner-Schule. Die Finanzierung erfolgt durch erhöhte Zuwendungen |
| 314 | des Bundes im Rahmen des SGB-II-Pakets, Kosten der Unterkunft. |
| 315 | |
| 316 | Eingliederungsmaßnahmen |
| 317 | |
| 318 | Die absehbaren Kürzungen des Bundes bei den Eingliederungsmitteln im Bereich |
| 319 | des Sozialgesetzbuches 11 (SGB 11) betragen für Wiesbaden nach derzeitigem Stand |
| 320 | mehr als 20 Prozent des Gesamtbudgets von 2010 (allein etwa sechs Millionen Euro |
| 321 | für 2011). Davon betroffen sind vor allem die Eingliederungszuschüsse in den ersten |
| 322 | Arbeitsmarkt, die Förderung der beruflichen Weiterbildung, die Unterstützungen bei |
| 323 | der Ausbildung und die Leistungen für Arbeitsgelegenheiten. Diese Mittelkürzung ist |
| 324 | schädlich und nicht hinnehmbar, sie konterkariert die Bemühungen zur langfristigen |
| 325 | Integration von SGB:-II-Beziehern in den ersten Arbeitsmarkt und geht vor allem zu |
| 326 | Lasten der schwächeren Leistungsempfänger. |
| 327 | Für die Koalitionspartner ist aber die Fortführung der Projekte unerlässlich. Deshalb |
| 328 | wird ein städtisches Programm für Ausbildung, Qualifizierung und Beschäftigung |
| 329 | aufgelegt. Dieses Programm wird aus Einnahmen und Kostenerstattungen finanziert, |
| 330 | die die Stadt durch die jüngsten gesetzlichen Änderungen im Bereich des |
| 331 | Sozialgesetzbuches auf Bundesebene erhält, außerdem durch eingesparte |
| 332 | Wohngeldmittel von Bund und Land. |
| 333 | Festzuhalten ist jedoch, dass das skizzierte Programm für Ausbildung, Qualifizierung |
| 334 | und Beschäftigung zum einen nicht durch originäre städtische Mittel, sondern durch |
| 335 | Kostenerstattungen des Bundes 'finanziert wird, und dass die Stadt bei dieser |
| 336 | originären Aufgabe des Bundes nur so lange einspringt, bis der Bund seiner Aufgabe |
| 337 | wieder nachkommt. Es handelt sich also um eine Übergangsregelung, deren |
| 338 | Wirksamkeit evaluiert wird. |
| 339 | |
| 340 | Wohnraumförderung |
| 341 | |
| 342 | In Wiesbaden herrscht immer noch ein sehr hohes Mietniveau, deshalb ist auch die |
| 343 | Förderung günstigen Wohnraums ein Anliegen der Koalition. An dem 15-Prozent-Ziel |
| 344 | einer Wohnraumförderung im Geschosswohnungsbau bei Neubauprojekten mit mehr |
| 345 | als 20 Wohneinheiten wird daher festgehalten. (Siehe dazu auch das Kapitel |
| 346 | Stadtentwicklung und Verkehr.) |
| 347 | |
| 348 | Soziale Stadt |
| 349 | |
| 350 | Als Nachfolge für das auf der Bundesebene gekürzte Programm Soziale Stadt will |
| 351 | die Koalition' insbesondere im Schelmengraben künftig Maßnahmen der |
| 352 | Gemeinwesenarbeit fördern, die das Wohnumfeld, das soziale Zusammenleben, das |
| 353 | Erscheinungsbild und das Ansehen eines Stadtteils durch Aktivierung der Bewohner, |
| 354 | der Vermieter und weiterer Akteure im Stadtteil verbessern. |
| 355 | |
| 356 | Pflege |
| 357 | |
| 358 | Im Bereich der Pflege und der geriatrischen Versorgung im Alter sollen aufbauend |
| 359 | auf dem Netzwerk für geriatrische Rehabilitation (GeReNet WI) angemessene Hilfen |
| 360 | für dementieIl erkrankte Menschen, sowohl in Pflegeheimen als auch mobil zuhause, |
| 361 | bedarfsgerecht erbracht werden. Hierbei unterstützt die Stadt die |
| 362 | Kooperationspartner im Gesundheits-und Sozialbereich durch Stärkung ihrer |
| 363 | Koordinationsfunktion. |
| 364 | Stadtentwicklung und Verkehr |
| 365 | |
| 366 | Die Koalitionspartner bekennen sich im Bereich stadtentwicklung zu den |
| 367 | Grundsätzen von Transparenz und Offenheit. Das heißt, dass bel. allen Vorhaben der |
| 368 | Stadtgestaltung die rechtzeitige Information und Beteiligung der Offentlichkeit |
| 369 | sichergestellt wird. |
| 370 | |
| 371 | Die Bewirtschaftung von Gebäuden soll künftig durch ein modernes Facility |
| 372 | Management mit klaren Zuständigkeiten erfolgen. Dieses kann, muss aber nicht |
| 373 | zwingend vom Hochbauamt geleistet werden, hierfür ist eine Konzeption zu |
| 374 | erarbeiten. |
| 375 | |
| 376 | Städtische Immobilien und Flächen |
| 377 | |
| 378 | Die Koalitionspartner stellen für den Umgang mit städtischen Immobilien und Flächen |
| 379 | folgende Grundsätze auf: |
| 380 | * Hinsichtlich der Flächenbewirtschaftung wird eine klare Kompetenzaufteilung |
| 381 | mit folgenden Zuständigkeiten umgesetzt: |
| 382 | - Ankauf und Bevorratung: beim Liegenschaftsamt, |
| 383 | - Flächenentwicklung: bei der Stadtentwicklungsgesellschaft (SEG), |
| 384 | - Flächenbebauung: beim Hochbauamt bzw. bei den jeweiligen |
| 385 | Baugesellschaften. |
| 386 | Zur Flächenentwicklung wird eine Task-Force auf Dezernentenebene unter |
| 387 | Einbeziehung der SEG eingerichtet. |
| 388 | * Hinsichtlich der Bebauung ist es das Ziel, Aufträge möglichst innerhalb des |
| 389 | Stadtkonzerns zu vergeben. Dessen ungeachtet werden Bebauungen gemäß |
| 390 | einem internen Wettbewerb zwischen Hochbauamt, städtischen |
| 391 | Gesellschaften und externen Anbietern (in dieser Reihenfolge) vergeben. |
| 392 | * Hinsichtlich der Immobilienbewirtschaftung verfolgen die Koalitionspartner als |
| 393 | oberstes Ziel die Kostentransparenz. Hierzu werden Bewirtschaftungskosten |
| 394 | in Form einer Barwertbetrachtung ausgewiesen. Städtisches Eigentum |
| 395 | verbleibt bei der Stadt bzw. den besitzenden Gesellschaften. Erbbaumodelle |
| 396 | sind möglich. |
| 397 | * Hinsichtlich Neubauten und Sanierungen werden dje Prioritätenlisten von den |
| 398 | jeweiligen Fachbereichen (u.a. Sport, Schule, Bürgerhäuser) abgearbeitet. Die |
| 399 | Kriterien für die Priorisierungen sind nachvollziehbar zu erstellen. |
| 400 | * Es sollen alle zum Abverkauf beschlossenen Grundstücke zwecks |
| 401 | Refinanzierung veräußert werden. |
| 402 | |
| 403 | Flächennutzung und Wohnungsbau |
| 404 | |
| 405 | Um die umfangreichen Vorhaben der Koalition gerade im Wohnungsbau realisieren |
| 406 | zu können, ist die Fortschreibung des Flächennutzungsplanes (FNP) nötig. Diese |
| 407 | Fortschreibung unterliegt künftig folgenden Grundsätzen: Die Flächenplanung erfolgt |
| 408 | angebotsorientiert. Es werden also Kontingente an Wohneinheiten bzw. |
| 409 | Gewerbeflächen definiert, die über die Laufzeit des FNP aus dem Gesamtangebot |
| 410 | der ausgewiesenen Flächen zu realisieren sind. Dies ermöglicht den Einsatz von |
| 411 | Steuerungselementen der sozialen Bodenordnung (Wertsteigerungsabgaben nach |
| 412 | bayerischem Vorbild). Die Entwicklung von Flächen wird von der Bereitschaft der |
| 413 | Eigentümer abhängig gemacht, die Infrastrukturmitzufinanzieren. |
| 414 | Zur Flächenentwicklung wird eine Stabsstelle im Stadtentwicklungsdezernat unter |
| 415 | Einbezug der Stadtentwicklungsgesellschaft eingerichtet. Die Aspekte des öffentlich |
| 416 | geförderten Wohnungsbaus werden vom Sozialdezernat verantwortlich eingebracht |
| 417 | und gehen in die Flächenplanung ein. |
| 418 | |
| 419 | Es wird angestrebt, den Bestand an öffentlich geförderten Wohnungen zu erhöhen. |
| 420 | Die Stadt stellt hierfür 50 Millionen Euro zur Verfügung. Neue Fördermodalitäten |
| 421 | sollen verstärkt eingesetzt werden. Insbesondere der Erwerb von Belegungsrechten |
| 422 | durch die Stadt gegen die Bezuschussung von Sanierungsmaßnahmen |
| 423 | (energetische Ertüchtigung, barrierefreier Umbau) ist zu forcieren. Auf diese Weise |
| 424 | sollen ältere Wohnungsbestände gehalten werden, die sonst aus der Sozialbindung |
| 425 | herausfallen würden. |
| 426 | |
| 427 | Um übermäßigen Landverbrauch und die damit einhergehende Versiegel 'n |
| 428 | Flächen zu minimieren, fördern wir die neue Urbanität. Dazu gehört die |
| 429 | sozialverträgliche Wohnverdichtung der Innenstadt. |
| 430 | |
| 431 | Regionale Zusammenarbeit |
| 432 | |
| 433 | Wiesbaden ist integraler Bestandteil des Rhein-Main-Gebietes. Die Bedeutung von |
| 434 | Regionen wird künftig steigen, eine positive Positionierung Wiesbadens im |
| 435 | Zusammenspiel der Region ist daher geboten. Ziel ist die Stärkung der Rolle |
| 436 | Wiesbadens als Landeshauptstadt in der Rhein-Main-Region. Die Koalitionäre sind |
| 437 | sich einig, dass dazu auch die Beteiligung an der Ballungsraumdiskussion und die |
| 438 | Prüfung einer Mitgliedschaft in der Dachgesellschaft des Regionalparks gehört. |
| 439 | |
| 440 | Zur regionalen Vernetzung gehört auch eine ganzheitliche Gewässerkonzeption von |
| 441 | Rhein-und Mainufer. Es wird daher eine Konzeption erarbeitet werden, die die |
| 442 | Potenziale von Wohnen, Arbeit, Naherholung und Tourismus am Rheinufer zur |
| 443 | Entfaltung bringt. Dies soll unter Einbeziehung der Hafenbereiche und einer |
| 444 | angestrebten Entschlammung dieser erfolgen und auch die Verbindung zu |
| 445 | Nachbarkommunen im Sinne einer regionalen Kooperation gewährleisten. In diesem |
| 446 | Zusammenhang ist auch eine Lösung für die Renaturierung der Maaraue gefordert, |
| 447 | die eine Nutzerorientierung und ökologische Belange gleichermaßen berücksichtigt. |
| 448 | |
| 449 | Einzelprojekte der Stadtentwicklung |
| 450 | |
| 451 | Die Bemühungen um die Bewerbung als UNESCO-Weltkulturerbe sollen fortgesetzt |
| 452 | werden. Zur Unterstützung dieser Bewerbung soll ein geeignetes Beratungsgremium |
| 453 | zur Stadtgestaltung eingerichtet werden. |
| 454 | |
| 455 | Rhein-Main-Hallen: Wiesbaden ist als Kongressstadt zu stärken. Dazu gehört auch |
| 456 | ein wirtschaftlich vertretbarer und zeitnaher Neubau für die in die Jahre gekommenen |
| 457 | Rhein-Main-Hallen. Die Koalitionspartner sind sich einig, dass der Standort an der |
| 458 | Wilhelmstraße für eine zukünftige Kongress-und Veranstaltungshalle in Frage |
| 459 | kommt. Dies ist jedoch keine Festlegung, da gleichzeitig eine gleichwertige Prüfung |
| 460 | am nahezu alten Standort erfolgen wird. In jedem Fall wird die Standortentscheidung |
| 461 | im Jahr 2011 getroffen. |
| 462 | |
| 463 | Stadtbibliothek: Die Koalitionäre streben eine Unterbringung der Stadtbibliothek in |
| 464 | dem neu zu bauenden Komplex am Platz der Deutschen Einheit an. Sollte sich diese |
| 465 | Variante nicht realisieren lassen, soll die Stadtbibliothek in der Mauritiusgalerie |
| 466 | untergebracht werden. |
| 467 | |
| 468 | Stadtmuseum: Die Koalitionspartner befürworten die Einrichtung eines |
| 469 | Stadtmuseums. Dabei soll ein Standort gefunden werden, der eine dauerhafte |
| 470 | Museumskonzeption ermöglicht. Deshalb kann eine Entscheidung, wo diese für die |
| 471 | Geschichte einer Stadt wichtige Einrichtung verwirklicht wird, auch erst nach der |
| 472 | Entscheidung über den Neubau der Rhein-Main-Hallen getroffen werden. Die |
| 473 | Gründung einer Stiftung für den Betrieb des Stadtmuseums erfolgt spätestens zu |
| 474 | Baubeginn. Die Stiftung übernimmt das Projekt in Erbpacht. |
| 475 | |
| 476 | Elsässer Platz: Die Koalitionspartner sind sich einig, dass auch für den Elsässer |
| 477 | Platz eine Lösung in dieser Wahlperiode anzustreben ist, die den Belangen des |
| 478 | Stadtteils und der Anlieger Rechnung trägt. Die Prüfung von möglichen Alternativen |
| 479 | erfolgt unter der Bedingung, dass die bisherigen Stellplätze erhalten bleiben. |
| 480 | |
| 481 | Simeonhaus: Für das Areal des bisherigen Simeonhauses im Kohlheck erfolgt eine |
| 482 | Bedarfsermittlung im Hinblick auf eine künftige Wohnbaunutzung und die Interessen |
| 483 | der Freien Christlichen Schule. Diese Bedarfsermittlung berücksichtigt den |
| 484 | Bestandsschutz. Die anschließende Abwägung zur Nutzung des Areals erfolgt |
| 485 | insbesondere auch unter Berücksichtigung der Verkehrsbelastung in dem |
| 486 | Gesamtgebiet. |
| 487 | |
| 488 | Förderung von Stadtquartieren: Es wird angestrebt, geeignete Stadtquartiere zur |
| 489 | Förderung aus dem Landesprogramm "Aktive Kernbereiche" zu identifizieren und die |
| 490 | Aufnahme in die Förderung zu erreichen. Geprüft auf die Eignung werden unter |
| 491 | anderem die Bereiche "City Nordwest" (Michelsberg, Schwalbacher Straße, |
| 492 | Faulbrunnenstraße, Kirchgasse) sowie die südliche Innenstadt (um Moritz-und |
| 493 | Oranienstraße). |
| 494 | |
| 495 | Nahversorgung: Die Koalitionspartner sehen bei der wohnortnahen Versorgung |
| 496 | Handlungsbedarf, da die Versorgung mit Lebensmitteln des täglichen Bedarfs in |
| 497 | allen Quartieren eine Bedingung ist, so dass auch gerade ältere Menschen dort |
| 498 | weiterhin leben können. Deshalb streben die Koalitionspartner an, diese |
| 499 | wohnortnahe Versorgung sicherzustellen, ggf. mit Hilfe von |
| 500 | Beschäftigungsprogrammen. |
| 501 | |
| 502 | Stadtmöblierung: Die Koalitionspartner sind sich einig, dass die Modernisierung der |
| 503 | Wiesbadener Stadtmöblierung konsequent weiter betrieben werden muss, um das |
| 504 | Stadtbild noch attraktiver zu gestalten und zugleich zu verbessern. Wir wollen uns |
| 505 | daher zudem dafür einsetzten, dass die Landeshauptstadt Wiesbaden gemeinsam |
| 506 | mit ihrem neuen Außenwerbepartner Konzepte entwickelt, die Qualität der |
| 507 | Werbeanlagen über die Vertragslaufzeit kontinuierlich weiter zu verbessern und auch |
| 508 | moderne, innovative Werbeformen, wie zum Beispiel digitale, einzusetzen oder |
| 509 | weitere traditionelle Werbeanlagen durch moderne hinterleuchtete Medien zu |
| 510 | ersetzen. Laut Beschlussfassung sind die Einnahmen hieraus den beteiligten Amtern |
| 511 | und Gesellschaften entsprechend ihrer Aufgaben anteilig zuzuordnen. Zugleich soll |
| 512 | darauf geachtet werden, die Zahl der Werbeträgerstandorte im Gegenzug zu |
| 513 | reduzieren. |
| 514 | |
| 515 | Die Realisierung eines Möbelmarktes im Gewerbegebiet Petersweg in Mainz-Kastel |
| 516 | ist für die Koalition nicht darstellbar. Die Koalitionspartner wollen die Boelckestraße |
| 517 | in Mainz-Kastel zur Bewältigung der Verkehre zwischen Autobahn und Ernst- |
| 518 | Galonske-Straße vierspurig ausbauen. |
| 519 | |
| 520 | Verkehr |
| 521 | |
| 522 | Verkehrsplanung bei Stadtentwicklungsprojekten |
| 523 | |
| 524 | Die Koalitionspartner sind sich einig, dass die Verkehrsplanung künftig bei allen |
| 525 | Projekten der Stadtplanung und -entwicklung eine zentrale Rolle spielen muss, um |
| 526 | mögliche negative Auswirkungen dieser Projekte auf die verkehrliche Situation in |
| 527 | Wiesbaden auszuschließen. Deswegen sollen Stadt-und Verkehrsplanung künftig |
| 528 | besser vernetzt und im Gleichklang angegangen werden. Deshalb werden bei |
| 529 | Stadtentwicklungsprojekten von Anbeginn an die daraus resultierenden |
| 530 | Anforderungen für alle Verkehrsteilnehmer simultan mit berücksichtigt. Stadt- und |
| 531 | Verkehrsplanung erfolgen künftig besser vernetzt entlang der bestehenden |
| 532 | Verkehrsachsen. |
| 533 | |
| 534 | Ruhender Verkehr |
| 535 | |
| 536 | Die Wiesbadener Stellplatzsatzung bedarf der Überarbeitung. Nicht alle Bauprojekte |
| 537 | machen die gleiche Anzahl von nachzuweisenden Plätzen notwendig. Die |
| 538 | Stellplatzsatzung wird im Hinblick auf die tatsächlichen Bedürfnisse besonderer |
| 539 | Bedarfsgruppen, wie etwa Senioren oder Studierende, überprüft. |
| 540 | |
| 541 | Für eine Anwohnergarage im Quartier Moritz-und Oranienstraße wird eine genaue |
| 542 | Kostenübersicht für die Varianten einer zwei-bzw. dreigeschossigen Tiefgarage |
| 543 | vorgelegt. Den Differenzbetrag trägt die Stadt. |
| 544 | |
| 545 | Die Koalitionspartner sind sich einig, dass die Tiefgarage im Europaviertel realisiert |
| 546 | werden soll. |
| 547 | |
| 548 | Für AKK und die östlichen Vororte soll ein Verkehrs-und Parkraumkonzept erarbeitet |
| 549 | werden, das allen Beteiligten gerecht wird. |
| 550 | |
| 551 | Radverkehr |
| 552 | |
| 553 | Der Radverkehr in Wiesbaden soll gestärkt werden, damit auch in Wiesbaden die |
| 554 | Bedingungen für den Umstieg auf das Fahrrad verbessert werden. Es ist daher |
| 555 | erklärtes Ziel, einen qualitätsorientierten Radverkehrsplan zu erarbeiten und |
| 556 | umzusetzen. Bei der Ausarbeitung dieses Planes ist eine breite Öffentlichkeitsarbeit |
| 557 | und -beteiligung bereits in der Entwicklungsphase sicherzustellen. |
| 558 | |
| 559 | Straßenverkehr |
| 560 | |
| 561 | Das Planfeststellungsverfahren für den 6-spurigen Ausbau der A66 ist den |
| 562 | entsprechenden Gremien zu zuleiten. Im Rahmen des Planfeststellungsverfahrens |
| 563 | wird frühzeitig ein besonderes Augenmerk auf den aktiven Lärmschutz gelegt. |
| 564 | |
| 565 | Am Ziel, ein LKW-Durchfahrtsverbot für die Landeshauptstadt Wiesbaden zu |
| 566 | erreichen, wird konsequent festgehalten. Gleichzeitig werden zur Entlastung der |
| 567 | Wohnbevölkerung alle Möglichkeiten zur Bündelung des LKW-Verkehrs auf Haupt |
| 568 | und Umgehungsstraßen umgesetzt. |
| 569 | |
| 570 | Der wachsende Straßenverkehr wird vor allem zur Belastung, wenn er sich an |
| 571 | bestimmten Verkehrsknotenpunkten staut. Die Entlastung für diese Knotenpunkte |
| 572 | oder für ganze Stadtteile ist deshalb ein Ziel der Koalition. Weiterverfolgt werden |
| 573 | daher Maßnahmen, wie die Umgehung von Medenbach, die Umgehung Fichten oder |
| 574 | die Verlängerung der Holzstraße. Die Verlängerung des Westrings in Nordenstadt |
| 575 | zur Borsigstraße ist bei Realisierung des Wohngebiets Hainweg vorgesehen. |
| 576 | |
| 577 | Der weitere Ausbau des Carsharings in Wiesbaden wird zum Beispiel in |
| 578 | Zusammenarbeit mit den städtischen Wohnungsgesellschaften auf verschiedene |
| 579 | Weise gefördert. So etwa durch freies Parken auf bewirtschafteten Stellplätzen. Das |
| 580 | Angebot an Carsharing-Plätzen wird zeitnah mindestens verdoppelt. |
| 581 | |
| 582 | ÖPNV |
| 583 | |
| 584 | Wie andere Städte auch, so leidet Wiesbaden in zunehmendem Maße unter dem |
| 585 | steigenden Verkehrsaufkommen. Die Koalitionspartner legen daher einen |
| 586 | Schwerpunkt auf die konsequente Förderung des ÖPNV. Dazu gehören |
| 587 | Innovationen im Busbetrieb, wie etwa der verstärkte Einsatz der Hybridtechnik sowie |
| 588 | intelligente Maßnahmen zur Busbeschleunigung unter Einbeziehung des |
| 589 | Radverkehrs. Wo die Nachfrage es ermöglicht, erfolgen Angebotsausweitungen |
| 590 | (Taktverdichtung, Ergänzungslinien). |
| 591 | Weiterhin wird für ESWE-Verkehr eine innovative Weiterentwicklung von Tarifstruktur |
| 592 | und Vertrieb angestrebt. Dies umfasst neue Fahrscheinangebote, wie die Firmencard |
| 593 | oder ein Semesterticket für alle Studierenden in Wiesbaden, sowie neue, komfortable |
| 594 | Formen des Electronic-Ticketing, die gänzlich ohne Fahrschein bzw. eigene |
| 595 | Chipkarte auskommen. Zur Förderung des Öffentlichen Nahverkehrs wird auch die |
| 596 | Schaffung weiterer Park-and-Ride-Kapazitäten angestrebt. |
| 597 | |
| 598 | Trotz aller Maßnahmen zur Förderung des Bussystems ist eine noch stärkere |
| 599 | Entlastung des innerstädtischen Verkehrsaufkommens vor allem durch innovative |
| 600 | Verkehrskonzepte zu erreichen. Für die Koalition bestehen diese zum Beispiel im |
| 601 | Ausbau von Schienenverbindungen in die Innenstadt hinein. Diese werden daher |
| 602 | unter Mitberücksichtigung existierender Verbindungen -vom und zum Hauptbahnhof |
| 603 | mit Nachdruck geprüft. |
| 604 | |
| 605 | Es ist Ziel der Koalition, die touristische Nutzung der Aartalbahn auf eine langfristige |
| 606 | und tragfähige Basis zu stellen. Dazu wird eine Prioritätenliste für |
| 607 | Infrastrukturmaßnahmen aufgestellt und ein Konzept für touristische Verkehre unter |
| 608 | partnerschaftlicher Einbindung der ehrenamtlichen Vereine entwickelt. Die |
| 609 | Vermarktung sowie Kooperationen mit Partnern in den Geschäftsfeldern |
| 610 | Gastronomie, Kultur und Sponsoring, die Gewährung eines freien Streckenzuganges |
| 611 | im Rahmen der freien Kapazitäten und die Verhandlungen zur Aufnahme der |
| 612 | Aartalbahn in den Nahverkehrsplan des RMV sind weitere Schritte. Dazu wollen wir |
| 613 | eine gemeinsame Organisationsinstanz mit dem Rheingau-Taunus-Kreis schaffen. |
| 614 | Wiesbaden wird die Strecke auf seinem Gebiet sanieren, wenn der Rheingau- |
| 615 | Taunus-Kreis dies auf seinem Gebiet ebenfalls umsetzt. |
| 616 | |
| 617 | Die Vergabe der Konzession für den lokalen Nahverkehr steht zum Jahr 2017 an. |
| 618 | Die Koalitionspartner streben hierfür eine "Inhouse-Vergabe" an. |
| 619 | |
| 620 | Elektromobilität wollen die Koalitionspartner auch weiterhin fördern. |
| 621 | |
| 622 | Die Leitsysteme in Wiesbaden dienen der Information der Verkehrsteilnehmer. Diese |
| 623 | Funktion ist auszubauen und auf touristische Aspekte zu erweitern. So ist es zum |
| 624 | Beispiel technisch möglich, Informationen zum jeweiligen Aufenthaltsort auf mobile |
| 625 | Kommunikationsgeräte zu übertragen. Wiesbaden als Ziel von Touristen sollte diese |
| 626 | modernen Techniken nutzen, um die Vorzüge unserer schönen Stadt auch |
| 627 | umfassend zur Verfügung zu stellen. |
|
| 628 | Umweltpolitik und Klimaschutz |
| 629 | |
| 630 | Die Koalitionspartner betrachten den Klimaschutz als eines der wichtigsten Themen |
| 631 | in den kommenden Jahren. Es muss auch Aufgabe der Kommunen sein, die |
| 632 | Energiewende vor Ort zu gestalten, um die Klimaschutzziele zu erreichen. Die |
| 633 | Steigerung der Energieeffizienz und der Ausbau erneuerbarer Energienutzung sind |
| 634 | vor dem Hintergrund der Klimaproblematik einerseits und der Kernkraftdiskussion |
| 635 | andererseits zu forcieren. Gleichzeitig wird damit eine Verringerung der Abhängigkeit |
| 636 | von Energieimporten bewirkt und die heimische Wirtschaft gestärkt. |
| 637 | |
| 638 | Die politischen Vorgaben im Bereich der erneuerbaren Energien kommen von der |
| 639 | LHW. Durch Umstrukturierung wird eine Organisationseinheit beim Umweltamt zur |
| 640 | Definition, Koordination und Kontrolle der städtischen Energieziele geschaffen. |
| 641 | |
| 642 | Energiegewinnung |
| 643 | |
| 644 | Das Konzept der Bürgersolaranlagen wird weiterentwickelt. Ggf. wird ein oder |
| 645 | werden mehrere Fonds für erneuerbare Energien eingerichtet. Ziel ist es, so an |
| 646 | Investitionsmittel zu kommen. um in Projekte für erneuerbare Energien zu |
| 647 | investieren. Hierzu zählen u.a.: |
| 648 | |
| 649 | * Die Errichtung von Blockheizkraftwerken. |
| 650 | * Das Modell der Bürgersolaranlagen, bei dem auch Bürgerinnen und Bürger ohne |
| 651 | Immobilienbesitz Anteile an entsprechenden Anlagen zeichnen können. soll auf |
| 652 | andere Formen der Energiegewinnung übertragen werden. |
| 653 | * Die Nutzung der Windkraft sowohl Offshore als auch Onshore in der Region |
| 654 | Wiesbaden ist voranzutreiben. Offshore sind die Möglichkeiten zur Beteiligung an |
| 655 | geeigneten Windparks zu prüfen und bei gegebener Wirtschaftlichkeit in die Tat |
| 656 | umzusetzen. Onshore sind mögliche Standorte anhand tatsächlicher Messungen |
| 657 | weiter auf ihre wirtschaftliche (Stichworte: Windhäufigkeit und |
| 658 | Netzanschlussmöglichkeiten), ihre ökologische und ihre soziale Verträglichkeit zu |
| 659 | prüfen und im positiven Fall Planungsrecht für die ausgewählten Standorte zu |
| 660 | schaffen. Darüber hinaus ist zu eruieren, ob es andere geeignete Standorte, die |
| 661 | z.B. in interkommunaler Zusammenarbeit entwickelt werden könnten, gibt. |
| 662 | * Die Nutzung von Biomasse zur Erzeugung von Strom und Nutzwärme soll |
| 663 | ausgebaut werden. Das bereits in der Genehmigungsphase befindliche Projekt |
| 664 | eines Biomasse-Heizkraftwerks für Altholz soll realisiert werden, bezüglich der |
| 665 | Nutzung von Biogas (Vergärungsanlage) und Waldholz (Holzhackschnitzel- |
| 666 | Heizkraftwerk) sind Machbarkeitsstudien anzufertigen, um die Grundlage für |
| 667 | Entscheidungen zu schaffen. In allen Fällen ist eine gekoppelte Erzeugung von |
| 668 | Strom und Wärme anzustreben, um höchstmögliche Energieeffizienz zu |
| 669 | garantieren. |
| 670 | * Wärme aus den Wiesbadener Thermalquellen soll genutzt werden. soweit dies |
| 671 | ohne Beeinträchtigung der Heilquellen und mit vertretbarem wirtschaftlichem |
| 672 | Aufwand möglich ist. Da das Potential hierfür aufgrund der |
| 673 | Thermalwassermenge begrenzt ist, soll die Nutzung der Tiefengeothermie |
| 674 | außerhalb der Heilquellenschutzgebiete mit dem Ziel der Errichtung eines |
| 675 | Geothermie-Heizkraftwerkes vorangetrieben werden. |
| 676 | |
| 677 | Aus ökologischer Sicht begrüßen wir es, dass das Kohlekraftprojekt auf der |
| 678 | Ingelheimer Aue von Seiten der Rheinland-Pfälzischen Landesregierung nicht |
| 679 | weiterverfolgt wird. Auch wir sehen keine Perspektive für das Kohlekraftwerk. Der |
| 680 | Bau eines GuD-Kraftwerks auf der Ingelheimer Aue wird von uns grundsätzlich |
| 681 | unterstützt. |
| 682 | |
| 683 | Energieeinsparung |
| 684 | |
| 685 | Die Koalitionspartner setzen sich dafür ein, dass im städtischen Bereich möglichst |
| 686 | viele Potentiale an Energieeinsparung genutzt bzw. die Energieeffizienz verbessert |
| 687 | werden. Für das städtische Energiemanagement werden Zielgrößen vereinbart, |
| 688 | anhand deren eine regelmäßige Evaluation stattfindet. Die LHW und ihre |
| 689 | Tochtergesellschaften sollen deshalb ihre Liegenschaften verstärkt für Contracting |
| 690 | öffnen und dies unter Berücksichtigung lokaler Wertschöpfung und Sicherstellung |
| 691 | des Betriebes durch den Contractor vor Ort. Auf dieser Grundlage setzen sich die |
| 692 | Koalitionspartner für eine personelle Verstärkung in diesem Bereich ein. Die |
| 693 | Kernkompetenzen bei erneuerbaren Energien sollen jedenfalls bei der Stadt erhalten |
| 694 | bleiben. Um die Klimaschutzziele der LHW erreichen zu können, ist es notwendig, |
| 695 | die verschiedenartigen Aktivitäten aller beteiligten Akteure (private Personen und |
| 696 | Gruppierungen, Industrie, Gewerbe, Handel, Dienstleistungen, Öffentliche Hand, |
| 697 | Energieversorger etc.) zum Ausbau erneuerbarer Energien und der Steigerung der |
| 698 | Energieeffizienz zu koordinieren und zu lenken. Ein neu einzurichtendes |
| 699 | Energiereferat soll diese Aufgabe wahrnehmen sowie darüber hinaus insbesondere |
| 700 | für den privaten und gewerblichen Bereich die Beratungs-und Informationsangebote |
| 701 | der LHW bündeln und intensivieren. |
| 702 | Die Koalitionspartner werden einen ökologischen Mietspiegel einführen, damit die |
| 703 | sogenannte "zweite Miete" als eigenständiger Posten erkennbar wird und sich |
| 704 | Energiesparen für Mieter und Vermieter wirklich lohnt. |
| 705 | |
| 706 | Die Stadt wird künftig Hausbesitzer bezüglich einer energetischen Sanierung |
| 707 | privaten Wohnraums beraten und bei Hausbesitzern dafür werben. |
| 708 | |
| 709 | Bei Neubauten von städtischen Bauten und im Bereich der städtischen |
| 710 | Gesellschaften ist der Passivhausstandard anzustreben. Die Koalitionspartner |
| 711 | vereinbaren, dass verschiedenartige Referenzprojekte zur besseren Einschätzung |
| 712 | der Folgekostenentwicklung gemäß Passivhausstandard realisiert werden. Die |
| 713 | Differenzkosten trägt die Stadt, die diese Referenzprojekte bewirbt. |
| 714 | Die Koalitionspartner streben außerdem an, nachhaltige Baustoffe mit guter |
| 715 | Ökobilanz zu nutzen. |
| 716 | |
| 717 | Die Koalitionspartner werden veranlassen, dass bei ESWE-Verkehr Busse mit |
| 718 | Hybridantrieb getestet werden und im Erfolgsfall mit der Anschaffung begonnen wird. |
| 719 | |
| 720 | Weniger Lärm und bessere Luft für Wiesbaden |
| 721 | |
| 722 | Die Kommunalpolitik in Wiesbaden hat sich bereits in der Vergangenheit, wenn es |
| 723 | um die Festlegung oder Veränderung von Flugrouten ging, für einen größtmöglichen |
| 724 | Schutz der Wiesbadener Bevölkerung vor Fluglärm eingesetzt. |
| 725 | Die Entscheidung der Deutschen Flugsicherung vom 10. März 2011, die Route für |
| 726 | den nördlichen Gegenanflug um 2.8 km von linksrheinischem auf rechtsrheinisches |
| 727 | Gebiet zu verlegen, führt zu einer zusätzlichen Belastung für Biebrich, Schierstein, |
| 728 | Gräselberg und der gesamten südlichen Innenstadt. Außerdem fliegen die |
| 729 | anfliegenden Flugzeuge erheblich tiefer als von der Deutschen Flugsicherung |
| 730 | zugesagt. |
| 731 | Die Koalitionspartner werden diese zusätzlichen Belastungen unter keinen |
| 732 | Umständen hinnehmen und sich notfalls unter Ausschöpfung aller juristischen |
| 733 | Mittel dagegen wehren. |
| 734 | |
| 735 | Die Koalitionspartner werden das LKW-Durchfahrtsverbot umsetzten und |
| 736 | überwachen. |
| 737 | |
| 738 | Die Koalitionspartner streben eine regionale Lösung für eine Umweltzone, bevorzugt |
| 739 | mit unserer Nachbarstadt Mainz an. |
| 740 | |
| 741 | Die Koalition wird die Renaturierung von Bächen und Bachläufen insbesondere in |
| 742 | den Frischluftschneisen vorantreiben. |
| 743 | |
| 744 | Die Koalitionspartner bekennen sich zu einer Lösung für die Maaraue, die sich |
| 745 | sowohl die Interessen einer Nutzerorientierung -z.B. durch Sportvereine als auch |
| 746 | der Ökologie gleichermaßen berücksichtigt. |
| 747 | |
| 748 | Landschaftsschutz |
| 749 | |
| 750 | Es werden weiterhin Mittel für den Erhalt von Streuobstwiesen bereitgestellt. Neben |
| 751 | der Erarbeitung eines Erhaltungskonzepts ist der Ausbau eines Patenprograrnms |
| 752 | vorgesehen. |
| 753 | |
| 754 | Die Koalitionspartner unterstützen den Feldschutz, der für die ländlich geprägten |
| 755 | Bezirke eine wichtige Funktion erfüllt. Die Koalitionspartner werden die rechtlichen |
| 756 | Rahmenbedingungen für den ehrenamtlichen Feldschutz prüfen lassen. |
| 757 | |
| 758 | Die Koalitionspartner setzen sich außerdem ein für: |
| 759 | |
| 760 | * die Sicherung des Erntedankfests, |
| 761 | * den Erhalt der bestehenden Projekte, wie zum Beispiel Fasanerie, Tierpark |
| 762 | Kastel, Kinderbauernhof. |
| 763 | |
| 764 | Den neuen veränderten Bestattungsformen soll Rechnung getragen werden, unter |
| 765 | anderem durch personalisierte Urnenfelder. |
| 766 | Sicherheit und Sauberkeit |
| 767 | |
| 768 | Objektiv ist Wiesbaden eine sichere Stadt. Genauso wichtig ist es, dass sich die |
| 769 | Menschen in Wiesbaden auch sicher fühlen. Die Koalitionspartner akzeptieren es |
| 770 | nicht, dass öffentliche Orte wie Straßen, Plätze, Grünanlagen oder Busse zeitweise |
| 771 | für die Öffentlichkeit verloren gehen, weil sie aus Angst gemieden werden. Deshalb |
| 772 | sehen die Koalitionspartner die Verstärkung des Ordnungspersonals auf der Straße |
| 773 | als wichtigstes Instrument, um Sicherheit und Sauberkeit zu verbessern. |
| 774 | |
| 775 | Mehr gefühlte Sicherheit für Wiesbaden |
| 776 | |
| 777 | Das Ziel der Koalitionspartner ist es, dass die städtischen Ordnungskräfte bzw. die |
| 778 | Stadtpolizei stärkere Präsenz zeigen sollen. Zu diesem Zweck wird: |
| 779 | * der Personalbedarf fachamtlich geprüft, |
| 780 | * ihr Aufgabenspektrum ausgeweitet, |
| 781 | * ihr Aufgabenprofil definiert |
| 782 | * und das Personal entsprechend geschult. |
| 783 | |
| 784 | Die Koalitionspartner setzen sich im Rahmen der Haushalts-Beratungen dafür ein, |
| 785 | dass zusätzliche Stellen geschaffen und besetzt werden. Weitere Bedarfe werden im |
| 786 | Laufe der Wahlperiode ermittelt, diskutiert und realisiert. |
| 787 | |
| 788 | Das Aufgabenspektrum der Ordnungskräfte soll erweitert werden. Die Präsenz in |
| 789 | den Nachtstunden und an Wochenenden wird erhöht; die Zuständigkeit auch auf den |
| 790 | Feldschutz ausgedehnt. Im Rahmen der Haushaltsberatungen werden daher neue |
| 791 | Stellen mit entsprechenden Außendienstverträgen geschaffen. |
| 792 | |
| 793 | Die Koalitionspartner sehen in der Videoüberwachung ein ergänzendes Mittel, um |
| 794 | das subjektive Sicherheitsgefühl zu stärken. Wo sie sinnvoll eingesetzt werden kann, |
| 795 | muss aber immer im Einzelfall geprüft und lage-und situationsbedingt entschieden |
| 796 | werden. |
| 797 | Die Koalitionspartner befürworten eine Videoüberwachung am Mahnmal |
| 798 | Coulinstraße. |
| 799 | |
| 800 | Die Koalitionspartner setzen sich außerdem dafür ein, dass: |
| 801 | * ein Präventionsrat eingerichtet wird, |
| 802 | * die Einführung des Projekts "Nachtwanderer" -analog zum "Bremer Modell" |
| 803 | dort geprüft wird, wo eine Gefährdung subjektiv empfunden wird, |
| 804 | * die Kontrollen zwecks Einhaltung des Jugendschutzgesetzes fortgeführt werden. |
| 805 | |
| 806 | Sauberes Wiesbaden |
| 807 | |
| 808 | Auch beim Thema "Sauberkeit" ist neben der überprüfbaren Reinigungsleistung die |
| 809 | gefühlte Sauberkeit wichtig. Die Koalitionspartner wollen erreichen, dass die |
| 810 | Menschen in Wiesbaden ihre Stadt als sauberer empfinden. Zu diesem Zweck sollen |
| 811 | regelmäßige öffentlichkeitswirksame Aktionen durchgeführt werden, um für das |
| 812 | Thema zu sensibilisieren und Fortschritte zu dokumentieren. |
| 813 | |
| 814 | Die Koalitionspartner wirken daraufhin, dass alle Zuständigkeiten im Bereich |
| 815 | Sauberkeit in einem Dezernat zusammengefasst werden. Dort wird eine zentrale |
| 816 | AnlaufsteIle mit einer Hotline für alle Fragen zum Thema Sauberkeit eingerichtet. |
| 817 | |
| 818 | Die Koalitionspartner setzen sich außerdem dafür ein, dass: |
| 819 | * die Gefahrenabwehrverordnung konsequenter angewendet wird, d.h. häufiger |
| 820 | Bußgelder ausgesprochen werden, z.B. für das Liegenlassen von Hundekot oder |
| 821 | das Wegwerfen von Zigarettenkippen, |
| 822 | * die entsprechenden Bußgelder in Anlehnung zum Beispiel an die Staffelung in |
| 823 | Köln und Stuttgart -erhöht werden, insbesondere für Verstöße an neuralgischen |
| 824 | Orten, wie z. B. Spielplätzen, |
| 825 | * quartalsweise eine Berichterstattung über die Entwicklung der Bußgelder auch |
| 826 | differenziert nach Deliktformen erfolgt, |
| 827 | * Projekte, wie z. B. "Sichere und saubere Busse", "HaLT", "Dreck-weg-Tag" |
| 828 | weitergeführt werden, |
| 829 | * bei der Bekämpfung der Taubenplage das "Augsburger Modell" fortgesetzt und |
| 830 | um den Einsatz von Turmfalken erweitert wird, |
| 831 | * illegale Farbschmierereien schnell beseitigt werden. Sofern städtische Gebäude |
| 832 | davon betroffen sind, nimmt die Stadt ihre Vorbildfunktion wahr. Bezüglich |
| 833 | Privatgebäuden wird ein gedeckelter Haushaltstitel bei der zentralen AnlaufsteIle |
| 834 | angesiedelt, um Hausbesitzer bei der Beseitigung finanziell zu unterstützen. Es |
| 835 | ist jeweils zu prüfen, ob besonders gefährdete Flächen imprägniert werden |
| 836 | sollen. |
| 837 | |
| 838 | Bezüglich legaler Graffiti werden vorhandene Flächen erhalten; die angedachten |
| 839 | Flächen im Kulturpark werden realisiert; darüberhinaus werden keine neuen Flächen |
| 840 | ausgewiesen. |
| 841 | |
| 842 | Die Koalitionspartner veranlassen hinsichtlich öffentlicher Toiletten eine |
| 843 | Bedarfsanalyse (über die "Wall"-Toiletten hinaus). In diesem Zusammenhang wird |
| 844 | geprüft, ob öffentliche Toiletten in den Neubauten am Platz der Deutschen Einheit |
| 845 | bzw. am Schlachthof eingerichtet werden sollen. Außerdem wird umgehend das |
| 846 | Projekt "Nette Toilette" angegangen, um in möglichst vielen gastronomischen und |
| 847 | öffentlichen Einrichtungen eine Vereinbarung zur Nutzung der dortigen Toiletten zu |
| 848 | ermöglichen. Ein entsprechendes Konzept soll entwickelt werden. |
| 849 | |
| 850 | Die Koalitionspartner setzen sich außerdem dafür ein, dass: |
| 851 | |
| 852 | * Patenschaftsprojekte, z. B. für Baumscheiben fortgeführt und um vergleichbare |
| 853 | Projekte, wie z.B. für Spielplätze erweitern werden, |
| 854 | * das Spielplatzprogramm fortgeführt wird, wobei auch dezentralere Projekte in |
| 855 | Vororten berücksichtigt werden, |
| 856 | * Kleingärtner weiterhin unterstützt werden. Es wird keine Verkleinerung der |
| 857 | Flächen geben, |
| 858 | * das Modell der Mietergärten geprüft und ggf. ausgeweitet wird. |
|
| 859 | Bürgerbeteiligung, Völkerverständigung und Integration |
| 860 | |
| 861 | Die Koalitionspartner setzen sich im Bereich "Bürgerbeteiligung" dafür ein, dass: |
| 862 | |
| 863 | * eine Stabsstelle für den Bereich Bürgerbeteiligung geschaffen wird, die Konzepte |
| 864 | zur Beteiligung der Bürgerinnen und Bürger entwirft, |
| 865 | * das Projekt "Bürgerkolleg", das ehrenamtlich Tätige gezielt weiterqualifiziert, |
| 866 | fortgeführt wird, |
| 867 | * kostenlose WLAN-Zugänge zum Internet an öffentlichen Plätzen wie Bahnhof, |
| 868 | Parkanlagen, Freibäder, Rathaus etc. zur Verfügung gestellt werden, |
| 869 | * nach der Auswertung der evaluativen Befragung zum Bürgerbüro, ggf. eine |
| 870 | Stellenanpassung erfolgt, |
| 871 | * im Bürgerbüro ehrenamtliche "Verwaltungslotsen" eingesetzt werden, die |
| 872 | Menschen, die aus sprachlichen oder anderen Gründen mit Behördengängen |
| 873 | überfordert sind, beraten, |
| 874 | * die Inhaber einer Jugendleitercard (JULEICA) zukünftig die gleichen |
| 875 | Vergünstigungen wie Ehrenamtscard-Besitzer bekommen sollen. Zu diesem |
| 876 | Zweck geht die Stadt mit gutem Beispiel voran und startet eine Kooperation mit |
| 877 | Mattiaqua. Danach erfolgt Akquise weiterer Partner aus der Wirtschaft, |
| 878 | * das Jugendparlament künftig zu jugendpolitischen Themen Antragsrecht in den |
| 879 | Fachausschüssen erhält. |
| 880 | |
| 881 | Namen von öffentlichen Einrichtungen |
| 882 | |
| 883 | Die Namensgebung für städtische Einrichtungen obliegt grundsätzlich den |
| 884 | Ortsbeiräten. Abweichend von diesem Grundsatz sollen einmalig auf |
| 885 | gesamtstädtischer Ebene alle Namen von öffentlichen Einrichtungen in Wiesbaden |
| 886 | nach zuvor festgelegten Kriterien überprüft und ggf. abgeändert werden. |
| 887 | |
| 888 | Dieser Kriterienkatalog wird in einem Sonderausschuss des Ausschusses für |
| 889 | Bürgerbeteiligung, Völkerverständigung und Integration erarbeitet. Dort wird |
| 890 | ebenfalls eine Liste der ggf. umzubenennenden Einrichtungen erstellt und der |
| 891 | Stadtverordnetenversammlung zur endgültigen Beschlussfassung vorgelegt. |
| 892 | |
| 893 | Die Koalitionspartner setzen sich im Bereich "Völkerverständigung" dafür ein, dass: |
| 894 | |
| 895 | * den Bewohnern des neuen Hauptquartiers der US-Streitkräfte in Wiesbaden eine |
| 896 | zweite Heimat geboten wird, weshalb u.a. ein deutsch-amerikanisches Fest |
| 897 | wieder eingeführt wird, |
| 898 | * die Partnerschaft mit Fatih angestrebt wird. |
| 899 | |
| 900 | Die Koalitionspartner setzen sich im Bereich "Integration" dafür ein, dass: |
| 901 | |
| 902 | * weitere religiöse Gemeinden für die Integrationsvereinbarung gewonnen werden, |
| 903 | * die Angebote für Deutschunterricht ausgebaut werden, |
| 904 | * mehr Kinder mit Migrationshintergrund Kinderkrippen und Kindergärten |
| 905 | besuchen, |
| 906 | * das Projekt "Muse" (Muslimische Seelsorge in Wiesbaden) um weitere zwei |
| 907 | Jahre, d.h. ab 2012 auf städtische Kosten verlängert wird, |
| 908 | * eine Kampagne "Du gehörst dazu!" gestartet wird, mit der Arbeitskräfte mit |
| 909 | Migrationshintergrund in sozialen Berufen sowie bei Polizei, Feuerwehr etc. |
| 910 | gewonnen werden sollen. |
| 911 | |
| 912 | Die Koalitionspartner empfehlen den Ortsbeiräten in denjenigen Stadtteilen, in denen |
| 913 | der Anteil von Menschen mit Migrationshintergrund ein Drittel und höher ist, analog |
| 914 | zum Stadtteiljugendbeauftragten so genannte Migrationsbeauftragte zu benennen. |
| 915 | |
| 916 | Die Koalitionspartner werden die konstruktive und vertrauensvolle Zusammenarbeit |
| 917 | mit dem Ausländerbeirat fortsetzen. Zusammen wird ein Konzept zur Erhöhung der |
| 918 | demokratischen Legitimation erarbeitet, wonach die zukünftige Ausgestaltung des |
| 919 | Ausländerbeirates und die Verwendung von Verfügungsmitteln evaluiert werden. |
|
| 920 | Frauenpolitik |
| 921 | |
| 922 | Die Koalitionspartner setzen sich dafür ein, dass: |
| 923 | * das vielfältige Angebot an Einrichtungen und Projekte für Frauen-und Mädchen |
| 924 | erhalten bleibt, |
| 925 | * die Stadt weiterhin mit gutem Beispiel vorangeht und das Hessische |
| 926 | Gleichstellungsgesetz konsequent umsetzt, |
| 927 | * für die Handlungsfelder "Vereinbarkeit von Familie und Beruf" und "Vereinbarkeit |
| 928 | von Pflege und Beruf ein dezentrales und niederschwelliges Angebot auch für |
| 929 | Migrantinnen geschaffen wird, |
| 930 | * zur besseren Vereinbarkeit von Familie und Beruf, die vor allem für Frauen |
| 931 | bedeutsam ist, ein Elternzimmer in größeren städtischen Gebäuden als |
| 932 | Arbeitsplatz eingerichtet wird, in dem Eltern mit kränkelnden oder anderweitig zu |
| 933 | betreuenden Kindern arbeiten können, |
| 934 | * die Stadt eine Öffentlichkeitskampagne "Alleinerziehende" startet, mit der für das |
| 935 | Thema sensibilisiert und über AnlaufsteIlen informiert werden soll und |
| 936 | * dass darüber hinaus für Alleinerziehende unterstützende Projekte zur |
| 937 | Lebenssituation (Stärkung von Schlüsselkompetenzen, Elternbildung) und |
| 938 | Integration in den Arbeitsmarkt (Bewerbungscoaching, Bewerbungstraining, |
| 939 | Computerkurse ) initiiert werden, |
| 940 | * überprüft wird, ob die Kapazität sowie die Angebotsstruktur (z.B. psychosoziale |
| 941 | Angebote für Kinder und Jugendliche, Hausaufgabenbetreuung, |
| 942 | Dolmetschdienste und Sprachkurse) der beiden vorhandenen Wiesbadener |
| 943 | Frauenhäuser dem aktuellen tatsächlichen Bedarf genügen. |
|
| 944 | Bildungspolitik |
| 945 | |
| 946 | Schulsanierungen |
| 947 | |
| 948 | Trotz der enormen Summen, die in den letzten Jahren in Schulbaumaßnahmen |
| 949 | investiert wurden, gibt es weiterhin Handlungsbedarf. Optimale bauliche |
| 950 | Voraussetzungen und eine moderne Schulausstattung sind Rahmenbedingungen für |
| 951 | einen qualitätsvollen Unterricht. Für die künftige systematische Planung von |
| 952 | Schulbau und -sanierungen wird eine Prioritätenliste, getrennt nach Ergebnis- und |
| 953 | Investitionshaushalt, vorgelegt. Dabei finden neben Aspekten des baulichen |
| 954 | Zustands (z.B. Baukonstruktion, Haustechnik, Sicherheit und/oder Energie) auch die |
| 955 | baulichen Notwendigkeiten, die sich aus der Schulentwicklung ergeben (wie etwa |
| 956 | fehlende Klassen-oder Betreuungsräume, die Infrastruktur und Mensen oder |
| 957 | Notwendigkeiten aus der Inklusion) Eingang. |
| 958 | Im Interesse einer größtmöglichen Transparenz für Eltern, Schulgemeinden und |
| 959 | andere Interessierte wird besonderer Wert auf die Nachvollziehbarkeit der |
| 960 | Ergebnisse der Priorisierung gelegt. |
| 961 | |
| 962 | Eine Veräußerung von Schulgrundstücken - zur Finanzierung von |
| 963 | Schulbaumaßnahmen - sollte möglich sein, wenn es keine unzumutbaren |
| 964 | Einschränkungen für die Schule bedeutet. Der jeweils betroffene Ortsbeirat wird |
| 965 | beteiligt. |
| 966 | |
| 967 | Einstieg in die inklusive Bildung |
| 968 | |
| 969 | In Artikel 24 des Übereinkommens der Vereinten Nationen über die Rechte von |
| 970 | Menschen mit Behinderungen ist die Selbstverpflichtung der Mitgliedstaaten |
| 971 | verankert, inklusive Bildungsangebote und Systeme zu schaffen. Inklusion fordert die |
| 972 | Anpassung des Schulsystems an die Bedürfnisse von Menschen mit Behinderung. |
| 973 | Die Trennung zwischen Regelschul- und Förderschulsystem wird dort, wo es sinnvoll |
| 974 | und gewollt ist, Schritt für Schritt abgebaut und die Schülerinnen und Schüler werden |
| 975 | gemeinsam in einem Schulsystem beschult. |
| 976 | Die Koalitionspartner sorgen Zug um Zug für die Umsetzung des |
| 977 | Inklusionsgedankens, der zudem dem Willen der betroffenen Eltern in Wiesbaden |
| 978 | Rechnung trägt. Er wird insbesondere bei der Planung künftiger Schulsanierungen |
| 979 | berücksichtigt. |
| 980 | An der Comeniusschule fängt ein "Fördercampus" den durch den |
| 981 | Inklusionsgedanken bedingten Rückgang des Bedarfs an Förderschulen auf. Dazu |
| 982 | wird auf dem nicht mehr benötigten Platz ein Supermarkt gebaut. |
| 983 | |
| 984 | Schulessen |
| 985 | |
| 986 | Die geistige und körperliche Leistungsfähigkeit sowie die Gesundheit der Schulkinder |
| 987 | besitzt für die Koalitionäre eine besondere Priorität. Das im Schuljahr 2008/2009 |
| 988 | erfolgreich angelaufene Wiesbadener Modellprojekt "Besser essen, besser lernen, |
| 989 | besser drauf, zur Verbesserung der Essensqualität an Schulen, wird fortgesetzt. |
| 990 | |
| 991 | Medienentwicklungsplan |
| 992 | |
| 993 | Die bisher in den Schulen vermittelten fachlichen Grundkompetenzen Lesen, |
| 994 | Schreiben und Rechnen reichen für die Anforderungen der heutigen Zeit nicht mehr |
| 995 | aus und müssen insbesondere durch soziale und Medienkompetenz erweitert |
| 996 | werden. Einen Schwerpunkt bildet hierbei die kompetente Nutzung der 'Neuen |
| 997 | Medien' als Bildungswerkzeug. Zur Umsetzung der medienpädagogischen |
| 998 | Anforderungen und zur Optimierung der Finanz-und Organisationsplanung soll ein |
| 999 | mittelfristig orientierter Medienentwicklungsplan erstellt und umgesetzt werden. |
| 1000 | |
| 1001 | Das Projekt Schulpaten soll beibehalten werden. |
| 1002 | |
| 1003 | Projekte an Schulen sollen auch weiterhin gefördert werden. |
| 1004 | |
| 1005 | Bedarfsgerechte Schulentwicklung |
| 1006 | |
| 1007 | Zwischen den Koalitionspartnern besteht Einvernehmen, dass sich die |
| 1008 | Schulentwicklungsplanung maßgeblich an den erwarteten Schülerzahlen und dem |
| 1009 | Elternwillen orientieren soll. |
| 1010 | |
| 1011 | Wegen des innenstadtnahen Bedarfs an Plätzen in Integrierten Gesamtschulen |
| 1012 | setzen sich die Koalitionspartner weiter für die Umwandlung der Kleist-Schule in eine |
| 1013 | IGS ein. Sollten diese Bemühungen nicht zum Erfolg führen, ist eine Altemativlösung |
| 1014 | im Innenstadtbereich zu prüfen. |
| 1015 | |
| 1016 | Die Anzahl der Schulen mit einem Hauptschulangebot ist in den letzten Jahren |
| 1017 | gesunken. Neben den verbundenen Haupt-und Realschulen ist die Wolfram-von- |
| 1018 | Eschenbach-Schule (WvE) die letzte "echte" Hauptschule. Die Anmeldezahlen gehen |
| 1019 | seit Jahren zurück. Die Koalition sieht in der Umwandlung der WvE in eine |
| 1020 | Mittelstufenschule (gemeinsame Eingangsklassen sowie abschlussbezogene |
| 1021 | Bildungsgänge, die zum Hauptschulabschluss und mittleren Abschluss führen) eine |
| 1022 | Möglichkeit, die Eschenbach-Schule zukunftsfähig zu machen. |
| 1023 | |
| 1024 | Für ein zusätzliches gymnasiales Angebot an der Rheinschiene ist ein akuter Bedarf |
| 1025 | derzeit nicht erkennbar. Die Bedarfsentwicklung wird hier sorgfältig beobachtet |
| 1026 | (etwaige Beschränkung der Aufnahmekapazitäten in Mainz), um ggf. eine |
| 1027 | Angebotsanpassung vornehmen zu können. |
| 1028 | |
| 1029 | Hochbegabtenförderung |
| 1030 | |
| 1031 | Die Koalitionspartner erarbeiten gemeinsam ein Konzept zur wirksameren Förderung |
| 1032 | hochbegabter Kinder in Wiesbaden. |
| 1033 | |
| 1034 | Volkshochschule |
| 1035 | |
| 1036 | Die Wiesbadener Bildungslandschaft kann nicht nur auf die allgemeinbildenden und |
| 1037 | weiterführenden Schulen verkürzt werden. Auch die Weiterbildung für alle |
| 1038 | Bevölkerungsgruppen und die Erwachsenenbildung gehören zum differenzierten |
| 1039 | Angebot der Landeshauptstadt. Die qualitätsvolle Arbeit der Volkshochschule und |
| 1040 | der Volksbildungswerke soll gesichert werden. |
| 1041 | |
| 1042 | Wissens-und Bildungsstandort Wiesbaden |
| 1043 | |
| 1044 | Die Koalitionspartner setzen sich für die Intensivierung der Zusammenarbeit von |
| 1045 | Stadt, Schulen und Hochschulen mit dem Ziel, den Wissens-und Bildungsstandort |
| 1046 | Wiesbaden weiterzuentwickeln, ein. |
| 1047 | |
| 1048 | Nicht zu vernachlässigen in der Förderung des Bildungsstandortes Wiesbaden ist die |
| 1049 | Fachhochschule. Das Ziel muss auch eine Stärkung der Hochschule Rhein-Main, mit |
| 1050 | ihren internationalen Studiengängen, sein. Eine stärkere Zusammenarbeit von Stadt |
| 1051 | und Fachhochschule kann durch eine Kooperation zwischen der Fachhochschule |
| 1052 | und den Wiesbadener Schulen erfolgen. Die Koalition wird hierzu ein Konzept |
| 1053 | erarbeiten, aus dem deutlich wird, wie die Zusammenarbeit zwischen Hochschule |
| 1054 | Rhein-Main und der Stadt produktiv und für beide Seiten gewinnbringend gestaltet |
| 1055 | werden kann. |
| 1056 | |
| 1057 | Regionales Bildungsbüro |
| 1058 | |
| 1059 | Es wird angestrebt, ein regionales Bildungsbüro innerhalb des Schulamtes |
| 1060 | einzurichten. Aufgabe ist die Organisation und Koordinierung der Kooperation von |
| 1061 | Schulamt, Kinder-und Jugendhilfe sowie außerschulischen Bildungspartnern und |
| 1062 | Trägern. |
|
| 1063 | Kulturpolitik |
| 1064 | |
| 1065 | Die ausgesprochen lebendige Kulturszene und das vielfältige kulturelle Angebot sind |
| 1066 | ein wichtiges Markenzeichen der Landeshauptstadt Wiesbaden. Ziel ist es, die |
| 1067 | Rahmenbedingungen für weitere Entwicklungen zu sichern und zu verbessern. |
| 1068 | Hierfür ist die Einleitung eines umfassenden Dialogs mit allen Kulturschaffenden und |
| 1069 | am kulturellen Leben Interessierten unerlässlich. Dieser Dialog kann zu einem Motor |
| 1070 | für einen länger anhaltenden Prozess werden, der zu einer verbesserten |
| 1071 | Kommunikation der städtischen Kultureinrichtungen untereinander und zu einer |
| 1072 | fundierten wie transparenten Leistungsbewertung führt. |
| 1073 | |
| 1074 | Weltkulturerbe |
| 1075 | |
| 1076 | 2005 hat die Landeshauptstadt beschlossen, sich um den Eintrag in die "UNESCO- |
| 1077 | Liste des Weltkulturerbes der Menschheit" zu bemühen. Chancen sehen wir vor |
| 1078 | allem im Bereich "Weltkurstadt" mit besonderer Großstadtentwicklung. Die |
| 1079 | Bewerbung Wiesbadens als europäische Badestadt des 19. Jh. ("Weltkurstadt"), |
| 1080 | gemeinsam mit Baden-Baden, Spa (Belgien) und Marienbad (Tschechien), will die |
| 1081 | Koalition weiter voran treiben. |
| 1082 | |
| 1083 | Hessisches Staatstheater |
| 1084 | |
| 1085 | Die Theaterszene ist für das kulture"e Wiesbaden von größter Bedeutung. Allen |
| 1086 | voran natürlich das Hessische Staatstheater. Die Sicherung des hochwertigen |
| 1087 | Angebots des Staatstheaters in allen Sparten und Spielstätten sowie seiner Festivals |
| 1088 | und der breit angelegten theaterpädagogischen Arbeit mit Schulen und in Stadtteilen |
| 1089 | ist das Ziel der Kulturpolitik dieser Koalition. |
| 1090 | |
| 1091 | Kleinkunstbühnen |
| 1092 | |
| 1093 | Die Theaterlandschaft in Wiesbaden aber lebt nicht nur vom Staatstheater alleine, |
| 1094 | denn das Pariser Hoftheater, das thalhaus und das Velvets-Theater -um nur einige |
| 1095 | wenige zu nennen -prägen das Theaterbild nachhaltig. Die Koalitionäre sind sich |
| 1096 | einig, dass weiterhin Zuschüsse vergeben werden sollen, die die Arbeit der |
| 1097 | Kleinkunstbühnen in angemessenem Rahmen ermöglichen. Für das "Velvets" wird |
| 1098 | mittelfristig die Unterbringung in neuen Räumlichkeiten angestrebt; |
| 1099 | Alternativstandorte zur Schwarzenbergstraße, die über entsprechendes |
| 1100 | Entwicklungspotential verfügen, sind zu prüfen. |
| 1101 | |
| 1102 | Probe-und Atelierräume |
| 1103 | |
| 1104 | Eine lebendige Kulturszene gibt es auch abseits der großen (und kleinen) Theater |
| 1105 | oder Museen und Bibliotheken. Moderne, urbane Lebensräume zeichnen sich auch |
| 1106 | durch eine lebendige jugendkulture"e Szene aus. In der Landeshauptstadt gibt es |
| 1107 | einen großen Bedarf an Proberäumen für Musikbands. Die Erschließung weiterer |
| 1108 | Raumreserven für Musiker und bildende Künstler ist -auch für die Koalitionäre |
| 1109 | eine Daueraufgabe städtischer Kulturpolitik. |
| 1110 | |
| 1111 | Schlachthof |
| 1112 | |
| 1113 | Der Neubau des Schlachthofes wurde bereits erfolgreich auf den Weg gebracht. |
| 1114 | Dieser Neubau ist nun zu realisieren. Gleichzeitig sind sich die Koalitionspartner |
| 1115 | einig, dass auch der laufende Betrieb künftig gesichert sein muss. |
| 1116 | |
| 1117 | Stadtmuseum |
| 1118 | |
| 1119 | Wiesbaden braucht ein Stadtmuseum. Seine Realisierung wird - in finanziell |
| 1120 | machbarem Rahmen - angestrebt. Die bisherige Bauplanung zum Museum für |
| 1121 | Stadtgeschichte (nicht das Museumskonzept) ist kritisch auf den Prüfstand zu |
| 1122 | stellen, vor allem im Hinblick auf eine mögliche und nötige Kostenreduzierung. Die |
| 1123 | Gründung einer Stiftung für den Betrieb des Stadtmuseums erfolgt spätestens zu |
| 1124 | Baubeginn. Die Stiftung übernimmt das Projekt in Erbpacht. |
| 1125 | |
| 1126 | Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus |
| 1127 | |
| 1128 | Das Gedenken an die Opfer der nationalsozialistischen Gewaltherrschaft wird von |
| 1129 | der Koalition sehr ernst genommen. Seit Jahren diskutiert wird ein zentrales |
| 1130 | Mahnmal für die Opfer des Nationalsozialismus. Diese Koalition strebt eine |
| 1131 | Realisierung in räumlichem und inhaltlichem Zusammenhang mit dem Stadtmuseum, |
| 1132 | unabhängig vom Standort Wilhelm-/Rheinstraße an. |
| 1133 | |
| 1134 | Stadtbibliothek |
| 1135 | |
| 1136 | Die Koalitionäre streben eine Unterbringung der Stadtbibliothek in dem neu zu |
| 1137 | bauenden Komplex am Platz der Deutschen Einheit an. Sollte sich diese Variante |
| 1138 | nicht realisieren lassen, soll die Stadtbibliothek in der Mauritiusgalerie untergebracht |
| 1139 | werden. |
| 1140 | |
| 1141 | Walkmühle |
| 1142 | |
| 1143 | Ein weiterer bedeutender "Pfeiler" der Wiesbadener Kunstszene ist die Bildende |
| 1144 | Kunst. Es herrscht Konsens hinsichtlich des Ziels, die Walkmühle als Zentrum der |
| 1145 | bildenden Kunst und als interdisziplinären kulturellen Veranstaltungsort dauerhaft zu |
| 1146 | nutzen. |
| 1147 | |
| 1148 | Walhalla |
| 1149 | |
| 1150 | Für das Walhalla soll geprüft werden, ob ein städtischer Zuschuss für Miete und |
| 1151 | Nebenkosten gewährt werden kann. |
| 1152 | |
| 1153 | Kultursommer |
| 1154 | |
| 1155 | Die Reihe "Wiesbadener Kultursommer der bildenden Künste" wird im zweijährigen |
| 1156 | Turnus fortgeführt. Alternierend wird der Kultursommer einmal unter einem |
| 1157 | thematischen Leitgedanken, das andere Mal als ein "Skulpturenpark" durchgeführt. |
| 1158 | Veranstaltet wird der "Skulpturenpark" von der Arbeitsgemeinschaft Wiesbadener |
| 1159 | Galeristen. |
| 1160 | |
| 1161 | Filmfestivals |
| 1162 | |
| 1163 | Wiesbaden ist auch "Filmstadt". Die Filmfestivals "goEast - Festival des mittel-und |
| 1164 | osteuropäischen Films". "exground-filmfest", "FernsehKrimi-Festival" und das |
| 1165 | Atlantis -Natur-und Umweltfilmfest sind die Highlights im Jahresprogramm des |
| 1166 | Caligari. einem der renommiertesten und schönsten Programmkinos der Republik. |
| 1167 | Die städtische Förderung für diese und andere Festivals möchte die Koalition |
| 1168 | fortführen. um die Bedeutung Wiesbadens als Medien-bzw. Filmstandort weiter |
| 1169 | herauszustellen. |
| 1170 | |
| 1171 | Beitritt Wiesbadens zum "kulturfonds frankfurt rheinmain" |
| 1172 | |
| 1173 | Kooperation und Vernetzung gewährleisten neue Kulturprojekte mit nationaler und |
| 1174 | internationaler Ausstrahlung. Der Beitritt der Landeshauptstadt Wiesbaden zum |
| 1175 | kulturfonds frankfurt rheinmain ist zu prüfen. Die Landeshauptstadt Wiesbaden |
| 1176 | bekennt sich zur gleichberechtigten Zusammenarbeit der Städte und Gemeinden in |
| 1177 | der Region Rhein-Main. Es ist außerdem zu prüfen, inwieweit die auf Wiesbaden bei |
| 1178 | einem Beitritt entfallenden Finanzierungsbeiträge durch die Einbringung bestehender |
| 1179 | Kulturveranstaltungen, z.B. Filmfestivals wie goEast oder exground, in das |
| 1180 | Programm des Kulturfonds dargestellt werden können. |
| 1181 | |
| 1182 | Kunstarche |
| 1183 | |
| 1184 | Zur Förderung der Bildenden Kunst gehört auch die seit 2008 geplante "Kunstarche". |
| 1185 | Dieses Projekt dient der Bestandssicherung gegen das schleichende |
| 1186 | Vergessenwerden heimischer Maler und Bildhauer. Das Schaffen dieser Künstler zu |
| 1187 | erhalten und darzustellen, ist ein wichtiger Teil der Wiesbadener |
| 1188 | Kunstgeschichtsschreibung. Daher ist das städtische Engagement für dieses Projekt |
| 1189 | fortzuführen. |
| 1190 | |
| 1191 | Einbringung künstlerischer Aspekte bei der Stadtgestaltung: |
| 1192 | |
| 1193 | Kulturpolitik und Kulturarbeit können als "Querschnittsaufgabe" aufgefasst werden, |
| 1194 | das bedeutet auch neue Wege des Zusammenwirkens in der |
| 1195 | Stadtentwicklungsplanung. Bei größeren stadtplanerischen Projekten soll |
| 1196 | projektbezogen eine Beteiligung bzw. Beratung von Künstlerinnen und Künstlern |
| 1197 | erfolgen. |
|
| 1198 | Finanzen, Wirtschaft und Beschäftigung |
| 1199 | |
| 1200 | Finanzen |
| 1201 | |
| 1202 | Im Zuge der Haushaltsberatungen sind die Dezernatsbudgets neu zu diskutieren und |
| 1203 | die Eckdaten aufgrund transparenter Kriterien neu festzulegen. Das Prinzip der |
| 1204 | Netto-Neuverschuldung Null bleibt grundsätzlich erhalten. |
| 1205 | |
| 1206 | Der Personalzuwachs durch Aufgabenverlagerung von Bund und/oder Land darf |
| 1207 | nicht zu Kürzungen bei anderen kommunalen Leistungen führen. Die |
| 1208 | Koalitionspartner werden die Einhaltung des Konnexitätsprinzips einfordern. |
| 1209 | |
| 1210 | Sport-und sonstige Großveranstaltungen im Rahmen des Stadtmarketings werden |
| 1211 | außerhalb des Sportbudgets dem Stadtmarketing zugeordnet und finanziert. Hierzu |
| 1212 | zählen u. a. das Pfingstturnier, Ball des Sports, DTM, Ironman. |
| 1213 | |
| 1214 | Wirtschaft |
| 1215 | |
| 1216 | Die Koalitionspartner wollen den Wirtschaftsstandort Wiesbaden stärken. |
| 1217 | Unumgänglich ist hierfür die nachhaltige Bindung von Unternehmen an den Standort. |
| 1218 | |
| 1219 | Die Nassauische Sparkasse soll in kommunaler Trägerschaft erhalten werden und |
| 1220 | stärker in kommunales Handeln eingebunden werden und als der Anbieter für alle |
| 1221 | Schichten der Bevölkerung etabliert werden. |
| 1222 | |
| 1223 | Wir wollen die Direktvermarktung landwirtschaftlicher Erzeugnisse aus Wiesbaden |
| 1224 | fördern. |
| 1225 | |
| 1226 | Die Koalitionspartner sprechen sich für die optimierte Bewirtschaftung des |
| 1227 | kommunalen Waldes aus. |
| 1228 | |
| 1229 | Beschäftigung |
| 1230 | |
| 1231 | Die Koalitionspartner sehen die Vorbildfunktion der Kommune als Arbeit- und |
| 1232 | Auftraggeber und begreifen diese als Verpflichtung zum Beispiel hinsichtlich der |
| 1233 | Tariftreue bei Eigengesellschaften. Bei der Vergabe öffentlicher Aufträge sollen |
| 1234 | grundsätzlich kommunale Unternehmen bevorzugt werden, die sich im Wettbewerb |
| 1235 | behaupten können. Wir streben so weit wie irgend möglich gleiche |
| 1236 | Beschäftigungsbedingungen in gleichartigen Unternehmen an, sofern diese die |
| 1237 | Wettbewerbsfähigkeit nicht negativ beeinflussen. |
| 1238 | |
| 1239 | Die Koalitionspartner bekennen sich zu einer Verpflichtung für Arbeit und Ausbildung |
| 1240 | in Wiesbaden. Der Konzern Stadt als Ausbilder strebt die Obernahme möglichst aller |
| 1241 | Auszubildenden, zumindest für ein Jahr, an. |
| 1242 | |
| 1243 | Die Ansiedlung des Hauptquartiers der US-Streitkräfte und die sich dadurch |
| 1244 | ergebenden Arbeitsplatzpotentiale, sollen durch Qualifizierungsmaßnahmen der |
| 1245 | kommunalen Arbeitsvermittlung genutzt werden. |
| 1246 | |
| 1247 | Konzern Stadt |
| 1248 | |
| 1249 | Für den Konzern Stadt gilt, dass künftig keine kommunalen Aufgaben ausgegliedert |
| 1250 | werden. |
| 1251 | |
| 1252 | Die Koalitionspartner sind sich darüber einig, dass für die Arbeit der Gesellschaften |
| 1253 | und Beteiligungen folgendes gelten soll: |
| 1254 | |
| 1255 | * Die Beteiligungsverwaltung wird künftig durch eine Lenkungsgruppe |
| 1256 | gesteuert. Der Lenkungsgruppe gehören der Oberbürgermeister und der |
| 1257 | Bürgermeister als sein fachlicher Vertreter an. |
| 1258 | * Die Geschäftsleiter führen die Unternehmen in eigener Verantwortung. |
| 1259 | Weisungen werden ausschließlich durch die Aufsichtsgremien bzw. in der |
| 1260 | Gesellschafter-/Hauptversammlung erteilt. Die anderen Organe der |
| 1261 | Gesellschaft sind unverzüglich schriftlich davon zu unterrichten. |
| 1262 | * Berichte, Gutachten u. ä. an die Gesellschafter-/Hauptversammlung oder den |
| 1263 | Gesellschafter direkt sind den Aufsichtsgremien zeitgleich zur Kenntnis zu |
| 1264 | bringen. Regelmäßige Berichtsanforderungen sind zwischen den Organen |
| 1265 | abzustimmen. Über deren Inhalt wird der Magistrat der |
| 1266 | Stadtverordnetenversammlung zeitnah berichten. |
| 1267 | * Verträge zwischen Gesellschaften oder zwischen Gesellschaften und der |
| 1268 | Stadt bedürfen ab einem bestimmten Volumen der Schriftform. Hierzu hat der |
| 1269 | Magistrat ebenfalls einen Vorschlag zu machen. |
| 1270 | * Den von der LHW entsandten Mitgliedern in Aufsichtsgremien wird spätestens |
| 1271 | zur Sitzung der Vorbereitungsvermerk der Beteiligungsverwaltung zur |
| 1272 | Verfügung gestellt. |
| 1273 | * Beratungsleistungen und Sonderprüfungen sind künftig durch den |
| 1274 | Auftraggeber zu bezahlen. Dazu wird ein umlagefinanzierter Fonds |
| 1275 | eingerichtet. |
| 1276 | |
| 1277 | Die Koalitionspartner streben den Aufbau eines systematischen und kontinuierlichen |
| 1278 | Berichtswesens für alle städtischen Beteiligungsgesellschaften und Ämter an. Dies |
| 1279 | erfolgt u. a. mittels Quartalsberichten für alle Ämter und Gesellschaften. Ziel ist eine |
| 1280 | hochstandardisierte Form der Berichterstattung. |
| 1281 | |
| 1282 | Bei der Vergabe von Aufträgen innerhalb des Stadtkonzerns sind vorrangig |
| 1283 | städtische Gesellschaften und eigene Beteiligungen zu berücksichtigen. |
| 1284 | |
| 1285 | Bezüglich der Vergabe von städtischen Aufträgen und Gutachten gibt es auch |
| 1286 | weiterhin keine Sonderbehandlung der European Business School und ihr |
| 1287 | angeschlossener Institute. |
|
| 1288 | Gesundheit |
| 1289 | |
| 1290 | HSK |
| 1291 | |
| 1292 | Die Koalitionspartner stehen dafür, die Dr. Horst Schmidt Kliniken (HSK) als |
| 1293 | kommunales Krankenhaus der Maximalversorgung in städtischer Regie zu erhalten. |
| 1294 | Die Stadt bleibt auf Dauer Mehrheitsgesellschafter ihres Krankenhauses und verfügt |
| 1295 | über maßgeblichen Einfluss bei Strukturentscheidungen, zum Beispiel Erhalt der |
| 1296 | Kinderklinik. |
| 1297 | |
| 1298 | Um für Patienten die medizinische Versorgung auf dem gewohnten Spitzenniveau |
| 1299 | nachhaltig zu sichern, sind neben der finanziellen Konsolidierung umfassende |
| 1300 | Investitionen in Medizintechnik, Haustechnik und Gebäudesubstanz erforderlich. |
| 1301 | Unter den Gesichtspunkten von Baukosten, Zeitdauer, einwerbbaren Fördermitteln |
| 1302 | und durch bauliche Optimierung erzielbaren Effizienzgewinnen ist ein Neubau einer |
| 1303 | Sanierungslösung eindeutig vorzuziehen. Die Koalitionspartner wollen diesen |
| 1304 | Neubau verwirklichen. Der Fortbestand der Kinderklinik wird gesichert. |
| 1305 | |
| 1306 | Um das für das anstehende Investitionspaket notwendige Kapital zu akquirieren, |
| 1307 | streben die Koalitionspartner in Fortführung der auf breiter Grundlage beschlossenen |
| 1308 | Strategie, die HSK in einem leistungsfähigen Klinikverbund weiterzuentwickeln, die |
| 1309 | Minderheitsbeteiligung eines strategischen Partners an der HSK an. Im Rahmen |
| 1310 | einer Priorisierung wird vorrangig ein Partner aus dem öffentlich-rechtlichen, |
| 1311 | möglichst kommunalen, Bereich gesucht. Sollte sich dies nicht realisieren lassen, ist |
| 1312 | eine Partnerschaft mit einem frei-gemeinnützigen Träger zu erreichen. Sollte sich |
| 1313 | hier keine Partnerschaft ergeben, kommt auch eine private Minderheitsbeteiligung in |
| 1314 | Frage. Zentrale Aufgabe des Minderheitspartners wird die Optimierung der |
| 1315 | bestehenden Wirtschaftsprozesse sein, so in den Bereichen Logistik, Verweildauer, |
| 1316 | Personal und Einkauf. |
| 1317 | |
| 1318 | Im Rahmen einer Minderheitsbeteiligung muss die vollständige Entschuldung der |
| 1319 | HSK gewährleistet sein. Die Gelder aus dem Verkauf der Minderheitenanteile |
| 1320 | verbleiben in der Klinik (zum Beispiel HSK-Stiftung). |
| 1321 | |
| 1322 | Die HSK-Belegschaft wird an dem gesamten Entscheidungsprozess beteiligt, |
| 1323 | insbesondere im Hinblick auf die Auswahl des künftigen Partners. Die Wiesbadener |
| 1324 | Bevölkerung wird über den Prozess ausreichend informiert und eingebunden. |
| 1325 | |
| 1326 | Die angestrebte Partnerschaft mit der medizinischen Fakultät der Universität Szeged |
| 1327 | (Ungarn) soll weiterverfolgt werden, um den universitären Charakter der HSK zu |
| 1328 | stärken und die Rekrutierung von medizinischem Fachpersonal zu erleichtern. |
| 1329 | |
| 1330 | Die Koalitionspartner setzen sich außerdem dafür ein: |
| 1331 | * die Hessischen Gesundheitstage fortzuführen, |
| 1332 | * dass die zielgruppenspezifischen Gesundheitstage, d.h. der |
| 1333 | Jugendgesundheitstag und der Psychiatrietag, alljährlich wiederholt werden, |
| 1334 | * die Präventionsarbeit im selben Umfang fortzusetzen, |
| 1335 | * im Gesundheitsamt eine Koordinierungs-und ClearingsteIle "Kinderschutz und |
| 1336 | -fürsorge" einzurichten für die nachgehende Betreuung für chronisch kranke |
| 1337 | Kinder und Jugendliche, deren häusliche bzw. familiäre Fürsorge defizitär ist |
| 1338 | und für Kinder mit psychisch kranken Eltern, |
| 1339 | * in Kooperation mit dem Land die Sprach heil beauftragte ihre Arbeit fortsetzen |
| 1340 | kann. |
|
| 1341 | Freizeit und Sport |
| 1342 | |
| 1343 | Der Sport ist in Wiesbaden ein wichtiger Faktor. Viele Menschen sind in |
| 1344 | Sportvereinen engagiert und fördern damit nicht nur den sozialen Zusammenhalt und |
| 1345 | die Integration in Wiesbaden, sondern fördern auch die Gesundheit und die |
| 1346 | körperliche Entwicklung von Kindern und Jugendlichen. |
| 1347 | Die Koalitionspartner sind sich deshalb einig, dass die bisherigen Projekte zur |
| 1348 | Förderung des Sports in Wiesbaden fortgeführt werden. |
| 1349 | Um die Bedingungen für den organisierten (und unorganisierten!) Sport in |
| 1350 | Wiesbaden zu verbessern, setzen sich die Koalitionspartner für eine engere |
| 1351 | Vernetzung und dauerhafte Kommunikation von Vereinen, Sportkreis, Stadtpolitik |
| 1352 | und Verwaltung ein. Sport ist eine Querschnittsaufgabe und muss als solche |
| 1353 | verstanden und umgesetzt werden! |
| 1354 | |
| 1355 | Drei-Felder-Halle am Platz der Deutschen Einheit umsetzen |
| 1356 | |
| 1357 | Die Koalition steht zur Umsetzung der Drei-Felder-Halle am Platz der Deutschen |
| 1358 | Einheit. So erhält nicht nur die Elly-Heuss-Schule die dringend benötigte |
| 1359 | Schulturnhalle, sondern es wird auch eine moderne bundesligataugliche Sporthalle |
| 1360 | gebaut. |
| 1361 | |
| 1362 | Nutzung städtischer Räume und Sportstätten |
| 1363 | |
| 1364 | Die kostenfreie Nutzung von städtischen Räumen für Veranstaltungen, den |
| 1365 | Trainings- und Spielbetrieb soll auch in den kommenden fünf Jahren gesichert |
| 1366 | bleiben. Dies ist die Grundlage der erfolgreichen Arbeit unserer Vereine. |
| 1367 | |
| 1368 | Erhalt der Bäder-und Freizeiteinrichtungen unter dem Dach von Mattiaqua |
| 1369 | |
| 1370 | Die Schwimmbadlandschaft in Wiesbaden ist vorbildlich und wird von den Menschen |
| 1371 | in unserer Stadt gerne genutzt. Die Bäder-und Freizeiteinrichtungen sollen unter |
| 1372 | dem Dach von Mattiaqua erhalten bleiben. |
| 1373 | |
| 1374 | Die Koalitionspartner setzen sich darüber hinaus zum Ziel, auch neue Projekte zu |
| 1375 | realisieren, die den Sportstandort Wiesbaden noch attraktiver machen. |
| 1376 | |
| 1377 | Förderung von Energiesparmaßnahmen |
| 1378 | |
| 1379 | Das Programm zur Förderung von Energiesparmaßnahmen, vor allem zur |
| 1380 | Unterstützung der energetischen Sanierung vereinseigener Anlagen, soll wie bisher |
| 1381 | fortgeführt werden. |
| 1382 | |
| 1383 | Jugendförderung |
| 1384 | |
| 1385 | Die Koalitionspartner streben eine sukzessive Anhebung der Jugendförderung an |
| 1386 | und werden diesen Bedarf in den Haushaltsberatungen einbringen. |
| 1387 | |
| 1388 | Bau von Kunstrasenplätzen |
| 1389 | |
| 1390 | Erklärtes Ziel ist zudem die weitere Abarbeitung der Prioritätenliste für den Bau und |
| 1391 | die Sanierung von Kunstrasenplätzen in Wiesbaden. Geplant sind auch weiterhin |
| 1392 | mindestens ein Neubau und eine Sanierung pro Doppelhaushalt. |
| 1393 | |
| 1394 | Sporthallenbau |
| 1395 | |
| 1396 | Der Neubau von Sporthallen erfolgt an hand einer Prioritätenliste. Darüber hinaus |
| 1397 | besteht die Möglichkeit der Refinanzierung durch den Verkauf von Gemeindeplätzen |
| 1398 | (Sondergeschäfte). Der Neubau der Sporthalle Kloppenheim kann gemäß des |
| 1399 | skizzierten Finanzierungsmodells erfolgen. Die Möglichkeit eines Neubaus der |
| 1400 | Sporthalle Nordenstadt wird geprüft. |
| 1401 | |
| 1402 | Neubau einer Eissporthalle |
| 1403 | |
| 1404 | Die Koalitionspartner befürworten den Bau einer Eissporthalle, in der |
| 1405 | witterungssicher Eissport betrieben werden kann. Zudem ist die Halle bereits |
| 1406 | teiletatisiert. Die Restmittel sollen durch die Verwertung der bisherigen Immobilie |
| 1407 | sowie durch Sponsoren gewonnen werden. Ausgerichtet an den Bedürfnissen der |
| 1408 | Eissportvereine ist ein geeignetes Betreibermodell zu entwickeln. |
| 1409 | |
| 1410 | "Informeller Sport" |
| 1411 | |
| 1412 | Auch bei anderen Formen des ,informellen Sports' - diese Sportarten sind dadurch |
| 1413 | gekennzeichnet, dass keine normierten Wettkampfstätten benötigt werden und |
| 1414 | vorwiegend vereinsungebunden betrieben werden - steigt die Nachfrage nach |
| 1415 | Sportgelegenheiten. Um diesem gesellschaftlichen Bedürfnis zu entsprechen, sollen |
| 1416 | die Sportvereine motiviert und dabei unterstützt werden, für diese neuen Zielgruppen |
| 1417 | attraktive Angebote zu entwickeln. |
| 1418 | |
| 1419 | Mountainbikestrecke |
| 1420 | |
| 1421 | Die Koalition spricht sich für den Bau einer Mountainbikestrecke aus. Dies muss in |
| 1422 | Abstimmung mit anderen Nutzergruppen und unter Einbeziehung des bereits |
| 1423 | existierenden Runden Tisches geschehen. Die Beschlussfassungen dieses Runden |
| 1424 | Tisches müssen in die Beratungen zur Einrichtung einer Mountainbikestrecke |
| 1425 | einfließen. |
| 1426 | |
| 1427 | Förderung Behinderten-, Senioren-und Gesundheitssport |
| 1428 | |
| 1429 | Sport für Menschen mit Behinderung |
| 1430 | In den vergangenen Jahren hat sich, überwiegend in Vereinsregie, ein vielfältiges |
| 1431 | Angebot von Sportangeboten für Menschen mit Behinderung entwickelt. Durch die |
| 1432 | Berufung eines ehrenamtlichen Behindertensportbeauftragten ist die |
| 1433 | Netzwerkbildung zwischen den agierenden Gruppen, die Förderung von |
| 1434 | Vereinsneugründungen und neuer Sportangebote entscheidend vorangekommen. An |
| 1435 | der bewährten Einrichtung des Behindertensportbeauftragten wird festgehalten. |
| 1436 | |
| 1437 | Sport für Ältere |
| 1438 | Die Menschen werden immer älter und bleiben länger gesund. Diese Entwicklung |
| 1439 | schlägt sich auch in einer zunehmenden Zahl sportlich Aktiver im Seniorenalter |
| 1440 | nieder. Der Sport bietet gerade älteren Menschen die Gelegenheit, etwas für die |
| 1441 | Gesundheit zu tun, Gemeinschaft zu erleben, sich in Wettbewerben zu beweisen |
| 1442 | oder einfach nur Entspannung zu finden. Die Vernetzung der diversen Angebote in |
| 1443 | Vereinen, Fitness-Centern, der vhs oder Seniorentreffs lässt bislang zu wünschen |
| 1444 | übrig. Analog zum Beauftragten für den Behindertensport werden die |
| 1445 | Koalitionspartner einen Seniorensportbeauftragten berufen. |
| 1446 | |
| 1447 | Reha-und Gesundheitssport |
| 1448 | Viele Vereine in Wiesbaden machen bereits Angebote auf dem weiten Feld des |
| 1449 | Reha-und Gesundheitssports. Die Stadt ist Partner im von der HSK initiierten |
| 1450 | Projekts "sport und Krebs", bei dem Nordic Walking therapieunterstützend betrieben |
| 1451 | wird. Die Koalitionspartner setzen darauf, weitere Sportvereine für dieses |
| 1452 | zukunftsträchtige Thema zu sensibilisieren und bei der Schaffung von Angeboten zu |
| 1453 | unterstützen. |
| 1454 | |
| 1455 | Fortsetzung des Programms "START" |
| 1456 | |
| 1457 | Das Projekt "START" hat zum Ziel, vor allem muslimischen Frauen den Zugang zum |
| 1458 | Sport zu eröffnen und dient der Gesundheits-und Integrationsförderung. Es soll |
| 1459 | fortgesetzt werden. |
| 1460 | |
| 1461 | Sport und Bewegung als integraler Bestandteil von Stadtplanung |
| 1462 | |
| 1463 | Bei allen Projekten der Stadtentwicklung und Stadtplanung soll erreicht werden, dass |
| 1464 | bei Bedarf die Belange des Sports frühzeitig mit berücksichtigt werden. |
| 1465 | |
| 1466 | Förderung der Kooperation von Schulen und Vereinen |
| 1467 | |
| 1468 | Gerade in Zeiten zunehmender schulischer Belastungen und der vermehrten |
| 1469 | Etablierung von Ganztagsangeboten, kommt der Kooperation von Schulen und |
| 1470 | Sportvereinen eine wachsende Bedeutung zu. Diese Kooperation könnte zum |
| 1471 | Beispiel die Zusammenlegung von Schulsport-und Vereinstrainingsstunden |
| 1472 | umfassen. |
| 1473 | |
| 1474 | Sport in den Schulferien |
| 1475 | |
| 1476 | Dass es vielen Kindern an Bewegung mangelt und sie zu wenig Sport treiben, geht |
| 1477 | einher mit der Klage vieler Familien über fehlende Freizeit-und Betreuungsangebote |
| 1478 | während der Schulferien. Die Koalitionspartner wollen zusammen mit interessierten |
| 1479 | Vereinen und dem Jugendamt ein attraktives Feriensport-Angebot schaffen. Dieses |
| 1480 | beinhaltet diverse Sportcamps in den unterschiedlichsten In-und Outdoorsportarten. |
| 1481 | Sport und Bewegung stehen im Mittelpunkt. Gewünschte Nebenwirkungen sind das |
| 1482 | Heranführen von Kindern an den Sportverein sowie die Schaffung weiterer |
| 1483 | Ferienalternativen für Schulkinder zu erschwinglichem Preis. |
| 1484 | |
| 1485 | Rolle des Sportamtes |
| 1486 | |
| 1487 | Die Koalition ist sich einig, dass das Sportamt der Stadt Wiesbaden gestärkt werden |
| 1488 | soll. Das Sportamt hat in den vergangenen Jahren eine Aufgabenerweiterung |
| 1489 | erfahren und ist zentraler Ansprechpartner für alle Belange des Sports in Wiesbaden |
| 1490 | - für Bürger und Vereine. |
|
| 1491 | Personal-und Organisation |
| 1492 | |
| 1493 | Die Koalitionspartner haben bezüglich der Zuwahl von Mitgliedern des |
| 1494 | hauptamtlichen Magistrats Folgendes vereinbart: |
| 1495 | |
| 1496 | * Die Vereinbarung über die Zuwahlen von Mitgliedern des hauptamtlichen |
| 1497 | Magistrats ist und bleibt jederzeit unabhängig von Sachfragen. |
| 1498 | |
| 1499 | * Eine vereinbarte Zuwahl von Mitgliedern des hauptamtlichen Magistrats findet |
| 1500 | jeweils auf Vorschlag der jeweils berechtigten Fraktion statt. |
| 1501 | |
| 1502 | * Vorschlagsberechtigt ist die CDU für drei Dezernate und die SPD für drei |
| 1503 | Dezernate. (Zuständigkeiten siehe Seite 42.) |
| 1504 | |
| 1505 | * Im Zuge der anstehenden Zuwahl zum hauptamtlichen Magistrat wird die Position |
| 1506 | des Bürgermeisters wiederbesetzt. Vorschlagsberechtigt ist die SPD. In Zukunft |
| 1507 | ist für die Position des Bürgermeisters derjenige Koalitionspartner |
| 1508 | vorschlagsberechtigt, der nicht den Oberbürgermeister stellt. |
| 1509 | |
| 1510 | * Eine vereinbarte Zuwahl von Mitgliedern des hauptamtlichen Magistrats findet |
| 1511 | jeweils zum rechtlich frühestmöglichen Zeitpunkt statt, den die |
| 1512 | vorschlagsberechtigte Fraktion wünscht. |
| 1513 | |
| 1514 | * Die Koalitionspartner legen Wert auf eine für die Stadt gedeihliche |
| 1515 | Zusammenarbeit mit dem direkt gewählten Oberbürgermeister. Sie werden sich |
| 1516 | mit dem Oberbürgermeister dahingehend verständigen, dass dieser die von der |
| 1517 | neuen Mehrheit in der Stadtverordnetenversammlung getragenen Politik sowie |
| 1518 | die von ihnen vereinbarten Dezernatszuschnitte achtet. |