Überlegungen zum Kinofilm Avatar:
der Film ist eine Kunstform, er bildet unsere gesellschaftliche Realität mit Mitteln der kreativen Kunst ab;
m.E. sehr gelungen stellt er die Widersprüchlichkeit der virtuellen Welt dar! Das Internet gehört zu unserer Realität.
Es wurde nicht erfunden von kleinen Schülern, etwa nach der Schule zuhause, sondern es wurde von ihnen vorgefunden.
Erfunden wurde es vom Militär, einzusetzen zu Kriegszwecken! So war es gedacht und wirds auch gemacht.
Abfallprodukt ist nun das zivil genutzte internet, das man dann Kindern (- und Erwachsenen -) zum Konsum angeboten hat,
um damit noch ein paar Kröten dazu zu verdienen. Auch den Krieg haben die kleinen Schüler nicht erfunden, sondern
vorgefunden - er ist allgegenwärtig, quasi dem Kriegsgerät internet immanent. Kriege werden real geführt und Völker
werden real erobert, d.h. kolonialisiert.
Die Verschränkung und Verdichtung dieses Themas im Film Avatar ist dem Medium entsprechend - virtuell - hervorragend
gelungen! Das internet ist ein virtueller Kriegs- und Spiele -Schauplatz gleichzeitig. Während die jugendlichen Nutzer
mit der Brutalität der immanenten Kriegsführung konfrontiert werden - sowohl virtuell als auch - mitgedacht - in der
realen Welt, setzt sich hier ein wunderbares ubiquitär gültiges Wesensmerkmal der Jugend durch: Sehnsucht nach einer
besseren Welt, Utopie, Sehnsucht nach Frieden, nach Schönheit, nach Abenteuer und wildem Leben.
Da die Realität eben immer und zu allen Zeiten eine vorgefundene ist, kann sich diese Sehnsucht auch nur im
Vorgefundenen orientieren. Paradoxerweise ist das nun die Virtualität. Also ist damit umzugehen, dass der Krieg die
Virtualität erfasst hat, womit die Sehnsucht nach Utopie angegriffen und bedroht wird. So wird sie in eben diesem
virtuellen Medium verteidigt und gerettet. Den Jugendlichen kommen die entstandenen Formen und Wesen als lebendige
entgegen und sie verbünden sich mit ihnen im Kampf um die "Rettung" der besseren Welt, der Utopie.
Dabei hat der reale Mensch nur noch die Chance, sich teils von den virtuellen Kräften helfen zu lassen, denn -
die virtuelle Welt hat eine real existierende enorme Macht. Es ist beruhigend, dass die Jugend so schnell lernt,
sonst stünde dieser Macht, dieser als Kriegsmaschinerie gedachten Hyperpotenz, nur der nackte Mensch gegenüber.
Gläsern, hilflos, ausgeliefert.